Inchenhofen    

Rate für Kläranlage wird gestundet

Inchenhofen - Noch einmal die Schulbank drücken mussten am Dienstag, 7. April, quasi die Inchenhofener Gemeinderäte. Aufgrund der aktuellen Allgemeinverfügung versammelte sich das Gremium in der Aula der Leahader Grundschule - in gebührendem Abstand zueinander. Die Situation hätte eigentlich ganz lustig sein können: Erwachsene Kommunalpolitiker sitzen an viel zu kleinen Schultischen, an den Fenstern kleben fröhliche Papierbilder von Hasen und Blumen.


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Ein bisschen was von Abschlussprüfung hatte die Inchenhofener Gemeinderatssitzung am Dienstag. Die Räte hockten einzeln an kleinen Schulbänken, um sich nicht gegebenenfalls mit dem Coronavirus anzustecken. Es war die letzte Sitzung in dieser Besetzung. Foto: Thomas Winter


Doch die derzeitige Lage ist alles andere als lustig. Das Coronavirus hat auch die Marktgemeinde Leahad fest im Griff. Noch-Bürgermeister Karl Metzger musste der Zusammenkunft fernbleiben. Das scheidende Gemeindeoberhaupt zählt mit seinen 71 Jahren zur Risikogruppe. Stellvertretend leitete Zweiter Bürgermeister Hans Schweizer die Sitzung. Das beherrschende Thema war, wie sollte es anders sein, Corona. Die CSU/Freie Wähler-Fraktion hatte im Vorfeld den Antrag gestellt, die dritte Rate der Vorausleistung zur Verbesserung der Entwässerungseinrichtung, gemeint ist die Kläranlage in Paar, zu verschieben. Mit der Begründung, dass einige Bürger durch die Corona-Krise wirtschaftliche Einbußen verschmerzen müssen. Diese Bürger wolle man nicht noch zusätzlich belasten, heißt es in dem Antrag.
Hans Schweizer räumte ein, bei dem Gemeinderatsbeschluss Anfang Juni 2019 habe man "nicht sensibel genug reagiert". Dies wolle man nun quasi berichtigen. Zur Orientierung: Im Juni vergangenen Jahres hatte sich das Kommunalparlament einstimmig für eine Vorauszahlungssatzung zur Verbesserung und Erneuerung der Entwässerung ausgesprochen. Herangezogen wurden Eigentümer einer Immobilie. Als Zahlungstermine der drei Raten wurden der 15. Oktober 2019, der 15. Januar sowie der 15. April 2020 festgelegt.
Wie Hans Schweizer erläuterte, sei es aus Sicht der Verwaltung einfacher, die letzte Rate zu stunden. "Unbürokratisch, mit einem kurzen Schreiben", schlug der Zweite Bürgermeister vor. Rainer Tremmel sprach sich dafür aus, die Zahlung generell auszusetzen, "ohne dass die Leute einen Antrag stellen müssen".

Von Thomas Winter



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Veröffentlicht am 08.04.2020 16:59 Uhr



 
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