Inchenhofen    

Leahader Union stellt Metzger den Stuhl vor die Tür

Inchenhofen - Mehr als 20 Jahre ist Karl Metzger Bürgermeister der Marktgemeinde Inchenhofen, und gilt damit als politisches Urgestein im Wittelsbacher Land. Im März gab er bekannt, dass er noch einmal antreten möchte - mit mittlerweile 70 Jahren. Das Amt sei sein Lebenselixier, sagte er damals. Doch jetzt macht die CSU/FW-Fraktion Metzger wohl einen Strich durch die Rechnung.


_0E005C38CCE6CF1A3000__9904B43
Fühlt sich nach eigener Aussage noch immer fit für das Amt: Inchenhofens Bürgermeister Karl Metzger.


Bei der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag, 5. November, um 19 Uhr soll über die Hauptamtlichkeit des Ersten Bürgermeisters abgestimmt werden. Einen entsprechenden Antrag haben die Leahader Christsozialen und die Freien Wähler jetzt eingebracht. Da die Altersgrenze für berufsmäßig tätige Bürgermeister bei 67 Jahren liegt, und die CSU/FW-Fraktion im Inchenhofener Gemeinderat knapp die Mehrheit hat, heißt das mit anderen Worten: Die Unionsfraktion stellt Metzger den Stuhl vor die Tür. Für den 70-Jährigen kommt der Antrag nach eigenen Worten sehr überraschend. "Die CSU weiß bereits seit Längerem, dass ich kandidiere. Dass sie jetzt diesen Schritt geht hat für mich ein Geschmäckle", erklärt der langjährige Gemeindechef, und fügt spürbar emotional hinzu: "Das hat was mit Feigheit zu tun".
Metzger, sonst eher zurückhaltend mit Schuldzuweisungen, wirkt beim gestrigen Gespräch merklich angefressen. Er sei betroffen, sagt der 70-Jährige, in sechs Jahren habe die CSU keinen Antrag eingebracht, "und jetzt bringen sie einen Antrag, der mich verhindern soll", ärgert sich das Gemeindeoberhaupt und Gesicht der Bürgerwille-Fraktion.


Von Thomas Winter



Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 30.10.2019 23:00 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief