Inchenhofen    

Ein Leahader im Radio

Taxberg/München - "Jeder Mensch strebt nach Anerkennung, aber ich bin keiner, der sich verbiegt", macht Andreas Christl aus Taxberg deutlich. Sein Beruf führte ihn nach München, der 33-Jährige arbeitet dort als Radiomoderator. Der Weg dorthin war zunächst holprig: "Zu bayerisch", zu viel rollendes "R" hieß es anfangs. Doch Kritik spornt ihn seit jeher an, die Zweifler vom Gegenteil zu überzeugen, wie er im Gespräch mit der AICHACHER ZEITUNG sagt. Und das hat der Radiopreisträger in der Vergangenheit sehr wohl erreicht. Derzeit ist er auf Bayern 3 und im Internetradio Puls zu hören.

Zunächst hat er allerdings eine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert. Seine Eltern waren nämlich Gastwirte. Seit dem zehnten Lebensjahr war für den Leahader aber klar, dass er eigentlich zum Radio will. Christian Winkler, jetzt Sportdirektor beim EHC Red Bull München, war damals Moderator bei Radio Oberland und ermöglichte Christl, im Rahmen einer Kinderfunk-Aktion das Wetter zu lesen.
Sein erster Schritt Richtung Traumjob war ein Praktikum bei Radio Energy. Er klinge "für München zu bayerisch", um als Sprecher oder Moderator zu arbeiten, gab man ihm mit auf den Weg.
Andreas Christl ist dennoch sehr dankbar, dass er damals die Chance bekommen hat reinzuschnuppern. Jetzt war sein Ehrgeiz geweckt.
Bei Antenne Bayern absolvierte er ein Volontariat in der Redaktion. Texte einsprechen durfte er vorerst nicht, er nahm Sprechunterricht, sollte sich dabei das rollende "R" abgewöhnen. Doch dann versuchte er sich an einem Reporterstück über eine Rallye in Niederbayern, und er sprach es ein, wie ihm der Schnabel gewachsen war - auf Bayerisch. Und überzeugte damit seine Vorgesetzten. Ab diesem Zeitpunkt durfte er als Sprecher und Moderator bayerisch klingen und konnte sich von nun an nach eigener Aussage kreativ und frei ausleben. Das ist ihm in seinem Job sehr wichtig. "Ich bin ein Freak und will mir kein Korsett anziehen. Ich bin kein Moderator für jedes Format, ich muss mich mit dem Projekt identifizieren und ich selbst sein können."
In einer Projektgruppe entstand daraufhin die Idee zu "Die jungen Wilden". Mit der Sendung begleitete Andi Christl, wie er sich als Moderator nennt, gemeinsam mit Kristina Hartmann die Zuhörer durch den Freitagabend. Sie sang den Wetterbericht, er spielte Gitarre, "wir rocken dein Wochenende", versprachen die Moderatoren und machten Radio von jungen Machern für junge Hörer. Das Experiment des Senders ging auf: Das Format gewann ein halbes Jahr später den Deutschen Radiopreis in der Kategorie "Beste Sendung". Mittlerweile ist Andi Christl auf Bayern 3 zu hören, unter anderem in der Sendung "Mensch, Bayern!", die montags bis donnerstags von 19 bis 21 Uhr gesendet wird. Alle zwei Wochen präsentieren Brigitte Theile im Studio und Andi Christl, der dafür unterwegs in ganz Bayern ist, "ungewöhnliche Geschichten, die erzählt werden müssen, und Menschen, die etwas zu erzählen haben", wie der Sender es auf der Homepage beschreibt. Zudem ist Andi Christl in der Morningshow "Hochfahren" auf Puls zu hören, einem Jugend-Internetradio-Sender des BR.

Von Nayra Weber


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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