Inchenhofen    

Leahads CSU sucht eigenen Kandidaten

Inchenhofen - "Ich hab's befürchtet." Mit einem Schuss Sarkasmus kommentierte Inchenhofens CSU-Ortsvorsitzender Heinrich Schoder gestern die erneute Kandidatur von Bürgermeister Karl Metzger (siehe auch eigenen Bericht). Wie die CSU darauf reagiert, sei noch offen. Man sei aber bestrebt, einen eigenen Kandidaten aufzustellen.


Nein, eine Überraschung sei es nicht mehr gewesen, unterstrich Schoder, der wie viele andere Leahader fest damit gerechnet hatte, dass der langjährige Gemeindechef auch noch eine fünfte Amtszeit anstrebt. Zeitnah werde man sich nun bei der CSU Gedanken machen, wie man darauf reagieren wird.
Schoder machte kein Hehl daraus, dass er gerne einen Wechsel im Rathaus sehen würde. "Wir brauchen frischen Wind und Visionen", so der Ortsvorsitzende, der unter anderem auf die anstehenden Beratungen für einen neuen Flächennutzungsplan verwies. Der werde wieder richtungsweisend für die nächsten zwei Generationen sein, "dazu wären neue, frische Gedanken wünschenswert".
Ob Zweiter Bürgermeister Hans Schweizer es möglicherweise noch einmal wissen möchte und seinen Hut in den Ring wirft, ist offen. Der 59-Jährige wollte sich dazu gestern auf Nachfrage nicht äußern. Man habe jetzt zunächst auf die Entscheidung Metzgers gewartet und werde sich nun in den Reihen der Union Gedanken machen. Wichtig sei der CSU auf jeden Fall eine Einheitsliste für den Gemeinderat. Den Vorschlag hatte Schoder erst kürzlich am Ende einer Gemeinderatssitzung gemacht (wir berichteten).
Offen ist laut Schoder zudem noch, ob man möglicherweise auch in Inchenhofen über das Thema Hauptamtlichkeit des künftigen Bürgermeisters sprechen wird. In anderen Kommunen ist das bekanntlich längst passiert. Hollenbach und Schiltberg etwa haben bereits beschlossen, ihre künftigen Gemeindechefs hauptamtlich einzusetzen, in Obergriesbach steht die Entscheidung kurz bevor. Als hauptamtlicher Bürgermeister könnte Karl Metzger nicht mehr kandidieren. Dafür wäre er zu alt. Die Altersgrenze hierfür liegt in Bayern bei 67 Jahren, Metzger wurde erst kürzlich 70.
Dass man ihm damit einen Strich durch die Rechnung machen könnte, weiß Karl Metzger. Mit diesem Risiko könne er aber leben, erklärte Leahads Bürgermeister gestern auf Nachfrage unserer Zeitung.
Für ihn würde nach eigenem Bekunden die Welt nicht untergehen, wobei er gerne noch eine fünfte Legislaturperiode anpacken würde. Das Amt des Bürgermeisters sei nun mal keine Sache des Alters, "sondern der inneren Überzeugung". Er fühle sich auch mit 70 noch fit und sei kein Stückchen amtsmüde. Im Gegenteil. Das ganze Jahr über sei er bereits von vielen Menschen angesprochen und aufgefordert worden, noch einmal anzutreten. An seinem runden Geburtstag war der Zuspruch besonders groß. Das habe gut getan und ihn zusätzlich motiviert, betonte Karl Metzger.

Von Robert Edler


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Veröffentlicht am 07.03.2019 23:00 Uhr




 

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