Inchenhofen    

Wie (un-)sportlich sind unsere Kinder tatsächlich?

Inchenhofen - Die gute Nachricht zuerst: Kinder und Jugendliche treiben wieder mehr Sport in Vereinen, die Sportangebote an den Schulen steigen ebenfalls. Allerdings: Außerhalb organisierter Sportprogramme befindet sich die Aktivität des Nachwuchses "auf einem bedenklich niedrigen Niveau. Maßnahmen zur Aktivitätsförderung scheinen nicht zu greifen". Zu diesem Ergebnis kam die Motorik-Modul-Studie (MoMo) am Ende der ersten Test-Welle im Jahr 2012. Momentan befindet sich das Projekt in der dritten Runde. Unter anderem in Inchenhofen wurden Kinder und Jugendliche getestet.


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Eine Rumpfbeuge, die Balance halten und Sit-ups sind nur ein paar Stationen des Bewegungs-Parcours, den der sechsjährige Neo aus Inchenhofen für die Studie absolvieren musste. Zudem wurde seine Reaktionsgeschwindigkeit geprüft, sein Körper vermessen, und er musste Fragen zu seiner Aktivität und seiner Gesundheit beantworten. Fotos: Nayra Weber


Heute darf sich Neo mal so richtig auspowern: Seine Reaktion wird getestet, sein Gleichgewichtssinn, seine Beweglichkeit, seine Ausdauer. Balancieren, springen, Sit-ups - der Sechsjährige schlägt sich gut als Proband der MoMo-Studie. Zudem wird sein Körper vermessen, seine Reaktionsgeschwindigkeit geprüft, und das baldige Schulkind muss Fragen beantworten zur Häufigkeit, Dauer und Intensität seiner Aktivität im Alltag und zu seinem Wohlbefinden. Wie anstrengend ist die Bewegung im Kindergarten? Seine Antwort: "Ich schwitze dabei nicht." An wie vielen Tagen hilfst du zuhause im Haushalt? Neo ist ehrlich: "Gar nicht." Und wie fühlt sich der Junge? "Sehr fit!"
Neo ist ein Vorzeige-Teilnehmer, könnte man sagen. Viele der sportmotorischen Tests absolviert er überdurchschnittlich. Seine Mutter ist nicht sehr überrascht, denn Bewegung, vor allem im Freien, sei für ihre Familie sehr wichtig. Nicht zuletzt, weil man täglich mit dem Hund raus müsse. Doch auch abgesehen davon sei Neo, wenn es das Wetter zulasse, die meiste Zeit draußen zum Spielen. Er fährt gern Inliner oder Rad, erklärt der Junge. An der Studie teilnehmen zu können, findet er "cool", es mache viel Spaß. Viele teilnehmenden Kinder seien sehr motiviert und aktiv, resümiert das MoMo-Team in Inchenhofen, zu dem neben Ines Liebenau (Institut für Bewegungserziehung und Sport der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe), die mit Neo die Tests durchführt, auch Laura Laser (Sportinstitut der Uni Heidelberg) und Lara Segatz (Karlsruher Institut für Technologie) zählen. Allerdings ist die Teilnahme freiwillig, und man wisse nicht, aus welchen Gründen sich bestimmte Eltern dagegen entschieden hätten, gibt Laura Laser zu bedenken. Es könnte also auch sein, dass unsportliche Kinder die Teilnahme verweigern.

Von Nayra Weber


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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