Hollenbach    

Teamplayer im Traumjob

Hollenbach - Xaver Ziegler ist in der zu Ende gehenden Legislaturperiode der jüngste Bürgermeister im Landkreis Aichach-Friedberg. Mit 30 Jahren ist der Motzenhofener bei der letzten Kommunalwahl angetreten, die Geschicke der Gemeinde Hollenbach zu übernehmen. "Bürgermeister ist mein Traumjob", hat er festgestellt und den will er nun als Profi, im Hauptamt, weiterführen.


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Xaver Ziegler hat eine ehrenamtliche Amtsperiode als Bürgermeister in Hollenbach hinter sich. Seinen "Traumjob" will er hauptamtlich weiterführen. Er ist der einzige Bürgermeisterkandidat in der Krebsbachtalgemeinde. Foto: Ines Speck


Zurückblickend muss sich der heute 36-jährige noch ehrenamtliche Bürgermeister nicht verstecken, mit dem was er, seine Gemeinderäte, seine Leute in der Verwaltung und in der Gemeinde geschafft und geschaffen haben. Aufs Team legt Ziegler wert, das "Wir" wird groß geschrieben.
Was er sich 2014 vorgenommen habe, sei im Großen und Ganzen umgesetzt, blickt er zufrieden zurück. Bauplätze wurden geschaffen, das Gewerbegebiet in Motzenhofen erweitert, ein von vielen Hollenbachern lang ersehnter Supermarkt angesiedelt. Die Dorferneuerung, man möchte sagen ein Endlos-Thema, hat Fortschritte gemacht.
Zudem hat sich die Krebsbachtalgemeinde erfolgreich beim Marktplatz der Generationen beworben. Davon erhofft sich Ziegler "unkompliziert und schnell" Impulse, wie die Gemeinde für Senioren attraktiv werden kann. Themen werden zum Beispiel sein ein Bürgerbus, Nahversorgung oder alternative Wohnformen.
Nach Themen wie Bauland schaffen und junge Familien halten oder anziehen, stehen neue Projekte an. Die kann Ziegler - "im Fall einer Wahl" - fügt er hinzu, dann hauptamtlich angehen.
Große Summen werden in der Gemeinde verbuddelt werden: Dringend sanierungsbedürftig ist der Kanal in Mainbach und in Igenhausen. Pro Ortsteil werden die Kosten auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt. Finanziell steht Hollenbach gut da, so dass zwar Löcher in den Straßen, nicht unbedingt aber in der Kasse sein werden. Die Gruben bedeuten für den Gemeindechef: Viele Baustellentermine und verfügbar sein. "Da kommt mir das Hauptamt echt entgegen", gibt der 36-jährige gelernte Elektroinstallateur und Justizvollzugsbeamte zu. Man darf wohl davon ausgehen, dass auch Hollenbachs neuer Bürgermeister Ziegler heißen wird. In der Gemeinde gibt es bei der Kommunalwahl eine Einheitsliste und nur einen einzigen Bürgermeisterkandidaten. Diese Tatsache kommentiert der Amtsinhaber so: "Ich hätte kein Problem gehabt mit einem Gegenkandidaten, aber so ist es fürs Nervenkostüm schon entspannter."
Als hauptberuflicher Bürgermeister habe er einen kompletten Tag mehr für die Gemeinde, den er sonst bei seinem Arbeitgeber in der JVA Neuburg-Herrenwörth verbracht hat. "Im Kopf bin ich eh schon 24 Stunden Bürgermeister", sagt der verheiratete Vater zweier Söhne.
Der Neu-Profi muss sich ab Mai mit einer anderen Gemeinderats-Mannschaft arrangieren. Mindestens acht neue Gesichter werden nach der Wahl im Gremium zu sehen sein. Der Teamplayer zeigt sich aber optimistisch, dass die Arbeit im Gemeinderat so gut weitergehen wird wie bisher.
Neben der Kanalsanierung kommen auf die Kommunalpolitiker einige, vor allem soziale, Themen zu, darunter "ein Riesenprojekt" (Ziegler): Der Kindergarten soll erweitert oder gar neu gebaut werden. In dem Zusammenhang sieht sich der Motzenhofener in seiner Entscheidung bestätigt, nicht für den Kreistag zu kandidieren. Denn so habe er 100 Prozent Zeit für Hollenbach.
Rund um die Uhr Bürgermeister, das bedeutet auch, dass ihn Leute unterwegs, am Gartenzaun oder an der Haustür ansprechen. Und genau so soll es sein, meint er. "Berührungsängste braucht keiner haben. Meist finden wir eine Lösung für jedes Problem", blickt er zufrieden zurück. Er handle oft nach dem Motto: "Chancen muss man ergreifen, wenn sie sich bieten".
Und wenn es "schwierig und anspruchsvoll", gar unbefriedigend laufe, dann findet der Familienvater Ausgleich bei seiner Frau und den zwei Söhnen, die drei und sechs Jahre alt sind, und in seinem eigenen Wald. "Das ist eine Arbeit, bei der man immer gleich ein sichtbares Ergebnis hat", erklärt er und fasst zusammen: "Ja, ich bin sehr zufrieden - und das bleibt hoffentlich noch lange so."

Von Ines Speck



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Veröffentlicht am 25.02.2020 14:57 Uhr



 
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