Hilgertshausen    

Widerstand gegen Bankschließung

Hilgertshausen - Ein Großteil der Bevölkerung aus Hilgertshausen und Tandern will es nicht hinnehmen, dass sich die Volksbank-Raiffeisenbank nach dem Abriss der Tanderner Filiale nun auch aus Hilgersthausen zurückziehen will. Das Gebäude dort soll auch geräumt und abgebrochen werden. Dagegen regt sich jetzt Widerstand. Die Einwohner beider Orte sammeln Unterschriften. Ihre Forderung: Zumindest ein Geldautomat und ein Drucker für Kontoauszüge sollen in der Gemeinde erhalten bleiben.


Widerstand gegen Bankschließung in Hilgertshausen
Die Hilgertshausener wissen, dass das Bankgebäude abgerissen wird, fordern aber wenigstens einen Geldautomaten mit Drucker für Kontoauszüge.
Josef Ostermair

Vorstand erscheint selbst nicht zur Sitzung

Seit der für die Bank-Liegenschaften zuständige Mitarbeiter Andreas Baur vor dem Gemeinderat bekanntgegeben hat, was die Volksbank plant, sind die Kunden der regionalen Bank tätig. Ihr Anliegen richtet sich an den Vorstand. Viele langjährige Kunden überlegen, der Volksbank-Raiffeisenbank die kalte Schulter zu zeigen, wie aus Kreisen der Bürgerschaft zu erfahren war. Viele denken darüber nach, ihre Genossenschaftsanteile zurückzugeben.

Schreinermeister spricht von einer "Sauerei"

Einer, der die Unterschriftenaktion vorantreibt, ist der Schreinermeister Martin Schneider. Seine Firma sitzt im Hilgertshausener Gewerbegebiet. Für Schneider ist das Vorgehen der Bank eine "Mordssauerei". Die Genossenschaftsbank hätte immer für Vertrauen geworben, die 3500 Einwohner-Gemeinde nicht hängen zu lassen. "Gerade die Generation, die diese Bank groß gemacht hat, wird so vor den Kopf gestoßen", sagt der Schreinermeister, der durchaus Verständnis für die Modernisierungspläne der Bank aufbringt. Er meine aber, dass wenigstens ein Geldautomat mit Kontoauszugsdrucker erhalten bleiben müsse, sagt der Gewerbetreibende. "Alles andere wäre ein Armutszeugnis."

Kritiker: Bank mutiert zum Immobilienverwerter

Zudem erinnert der Handwerker daran, dass das große Areal der Volksbank-Raiffeisenbank mit rund 3600 Quadratmetern vor etlichen Jahren "preisgünstig" erworben worden sei, mittlerweile aber einen Wert von rund 2,5 Millionen Euro habe. Allein schon deshalb müsse es doch möglich sein, auf die Minimalforderungen aus der Bürgerschaft einzugehen, findet Martin Schneider. Die Bank sollte sich "wieder auf ihr Bankgeschäft besinnen, und sich nicht nur als Immobilienverwerter sehen".  

Von Josef Ostermair und Bastian Brummer



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Veröffentlicht am 24.06.2022 17:05 Uhr