Dasing    

Wird das Rathaus zum Gefängnis?

Dasing - Der Rathauskomplex, der an der Stelle des jetzigen Gemeindehofs in Dasing gebaut werden soll, nimmt allmählich Form an. Kürzlich hatte der Bauausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung darüber beraten; am Dienstagabend wurden die dort ausgesprochenen Empfehlungen teils erneut hinter verschlossenen Türen, teils auch öffentlich nachvollzogen. Besonders über ein Detail, nämlich lamellenartig angeordnete Holzbalken an der Fassade des neuen Verwaltungsgebäudes gegenüber der Tenne, besteht Uneinigkeit.


Architekt John Höpfner vom Münchner Büro Haack und Höpfner sagte, diese Rathausfassade passe in die ländliche Umgebung, indem sie vorhandene Formen aufnehme. Die Fassade sei repräsentativ, aber nicht überzogen und werde durch die Lamellenstruktur lebendig. Dasing soll eine markante Achse erhalten: von der Kirche St. Martin über das neue Rathaus zum Maibaumplatz, wo auch das Kriegerdenkmal steht.
Die Lamellen schützen laut Höpfner die großen Fenster vor direkter Sonneneinstrahlung, die ihrerseits Bürgernähe signalisierten. Damit komme auch eine Bezuschussung durch die Städtebauförderung infrage. Sie verlange eine Architektur, die gestalterische Akzente setze. Der Bauausschuss hatte sich dazu auch ein ähnliches Gebäude in München-Moosach angesehen.
Die Lamellen sparen das Erdgeschoss aus, ziehen sich dann aber über mehrere Stockwerke. Ein Teil der Gemeinderäte konnte die Idee nachvollziehen oder fand die Gestaltung ansprechend.
Susanne Kanzler (FWD) nannte sie "ökologisch nachhaltig und modern".
Peter Maurer (ebenfalls FWD) fühlte sich dagegen an ein Gefängnis erinnert - die Verwaltungsmitarbeiter säßen permanent "hinter Gittern".
Bürgermeister Andreas Wiesner (FWD) betonte daraufhin, die Lamellen ließen sich öffnen - außer bei Sturm, wenn das nicht empfehlenswert sei. Das Holz wird sich im Lauf der Zeit grau verfärben. Das war für die einen ein Nachteil, andere fanden solche grauen Holzbalken schön.
Da die Meinungen auseinander gingen, stellte Wiesner die Abstimmung über die Lamellen zurück. Gebraucht werde eine Alternative, die dem Rat zur Wahl gestellt werden könne. Das nahm Höpfner als Arbeitsauftrag mit.


Von Andreas Alt

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Veröffentlicht am 20.10.2021 17:21 Uhr