Dasing    

Winnetou im Kampf gegen Corona und mexikanische Sklavenhändler

Dasing - Mit einer ausverkauften Premiere hat am Wochenende in der Western-City Dasing die neue Saison der Süddeutschen Karl May-Festspiele begonnen. Wie schon im vergangenen Jahr, als man schon neue Wege gehen musst, ist auch die neue Festspielzeit ganz anders, als vor der Pandemie.


gemeinsam
Gemeinsam stark: Old Surehand (Sven Kramer) und Winnetou (Matthias M.) kämpfen gemeinsam mit Old Shatterhand (Wolfgang Berger, nicht im Bild) gemeinsam gegen das Böse. Fotos: Brigitte Glas


"Die Rückkehr zum Silbersee" heißt das diesjährige Stück. Echte Karl-May-Fans werden diese Geschichte nicht kennen, kein Wunder, sie ist ganz neu. Der niederbayerische Entertainer und Autor Wolfgang Berger hat sie eigens für die Dasinger Festspiele geschrieben. Natürlich ganz im Sinne und nach den Werten von Karl May. Er selbst hat die Rolle des Old Shatterhand übernommen.
Auch heuer spricht er breites Niederbayerisch. Die anderen Darsteller haben ganz verschiedene Dialekte einstudiert. "Der Wilde Westen war immer ein Ort der Zuwanderer aus verschiedenen Ländern, verschiedenen Sprachen und Dialekten - und so wird auch dieses Stück ein Projekt aus vielen Dialekten", erklärt Regisseur Sven Kramer die Intention der Inszenierung. Kramer selbst schlüpft in die Rolle des Old Surehand, der den letzten Wunsch seiner verstorbenen Mutter Kolma Puschi erfüllen will. Bis er die Asche in den Silbersee streuen kann, begegnet er den Blutsbrüdern Winnetou und Old Shatterhand und besteht mit diesen viele Abenteuer.
Unterwegs sind mexikanische Sklavenhändler, die das schnelle Geschäft mit Indianerkindern suchen. Der Konflikt ist programmiert. Und Winnetou und Old Shatterhand können nach einigen Missverständnissen mit einem verfeindeten Indianerstamm Frieden schließen. Ganz im Sinne von Karl May eben.
Auch die Corona-Regeln haben Einfluss auf das Spiel: Es gibt keine Kampfszenen und Schießereien. "Die Rückkehr zum Silbersee" ist ein Stück für die ganze Familie, bei dem sich niemand erschrecken muss. Aber Action gibt es trotzdem.
"Wir freuen uns, unseren Gästen auch in diesem Jahr einen Festspiel-Sommer bescheren zu können, wenn auch wieder einmal so ganz anders", sagt Geschäftsführer Volker Waschk. Die Corona-Pandemie fordert zwar wieder einige Einschränkungen, aber aufhalten lassen sich die Verantwortlichen nicht. Das Ensemble ist deutlich verkleinert und es werden auch wesentlich weniger Zuschauer zugelassen.
Nicht wegzudenken sind die Pferde, die im sanften Rai-Reitstil geritten werden. Auch von den Vierbeinern sind nicht so viele wie sonst dabei. Die Zuschauer waren begeistert. Es war "mehr Theater mit Fokus auf die Personen und alles kammerspielartig umgesetzt", wie Sven Kramer angekündigt hatte. Für die Besucher wurde ein umfangreiches Hygienekonzept gestaltet, das sich an die im Landkreis Aichach-Friedberg geltende Inzidenz anpasst.

Von Brigitte Glas

Häuptling
Häuptling Wicasa-Zuya (Reinhold Summer) ist ein Blickfang der Aufführungen.



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Veröffentlicht am 25.07.2021 16:39 Uhr