Dasing    

Weniger Chaos, aber noch immer Probleme mit Umleitung in Dasing

Dasing - "Chaos." Dasinger scheuen sich nicht, dieses Wort zu verwenden, wenn sie über die Verkehrssituation unmittelbar nach der Teilsperrung des Kreisverkehrs an der Autobahn reden (wir berichteten). Der südliche und östliche Abschnitt des Kreisels wird derzeit saniert, nachdem er deutliche Abnutzungsspuren aufwies. Damit sind aber derzeit die B 300 in Richtung Aichach und die Autobahnabfahrt in Richtung Dasing gesperrt. Die Umleitungsbeschilderung war zunächst verwirrend.


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Fleißig gearbeitet wird am südlichen Autobahnkreisverkehr in Dasing. Allerdings wird die Verkehrsfreigabe noch etwas dauern. Rund drei Wochen Bauzeit prognostizierte das Straßenbauamt, als es vor einer Woche die Zufahrtsstraßen abriegelte. Inzwischen hat sich die Situation etwas beruhigt, Kritik gibt es aber immer noch. Foto: Erich Hoffmann


Darunter leiden Gewerbebetriebe in Lindl offenbar noch immer. Robert Braune, Inhaber der "Shell"-Tankstelle, sagte auf Anfrage, er habe Umsatzeinbußen von 40 bis 50 Prozent. Wer bei ihm tankt, kommt derzeit nur auf Umwegen auf die Autobahn. Dieser Verkehr fehlt ihm, wie er beklagt. Die Umleitungsbeschilderung sei zwar verbessert worden, aber die zusätzlichen Schilder seien klein und wiesen viel Text auf, so Braune. Und wer sich nicht auskenne, könne mit den Angaben "U 1" oder "U 2" nach wie vor wenig anfangen. Eins findet der Tankstellenbetreiber immerhin gut: Die Bauarbeiten hätten am Freitag bis 16.30 Uhr gedauert. Seine Befürchtung, dass nur langsam gebaut wird und die Sperrung länger dauert als nötig, hat sich damit nicht bestätigt. Am Samstag war nach seiner Beobachtung allerdings niemand auf der Baustelle. Das Staatliche Bauamt in Augsburg geht von einer dreiwöchigen Bauzeit aus. Würde die Frist nicht eingehalten, müsste die Behörde rechtzeitig informieren, sagt Bürgermeister Andreas Wiesner.
Laut Wiesner herrschte in Dasing am vergangenen Montag und Dienstag "ziemliches Chaos", dann sei der Umleitungsverkehr ruhiger geworden. Insbesondere der Schwerlastverkehr habe sich dann weniger durch den Ort gequält, weil die Navis mittlerweile die günstigste Umleitung anzeigten. Vor allem am Morgen stauen sich aber nach seiner Wahrnehmung die Autos noch immer. Erschwerend kommt verstärkter landwirtschaftlicher Verkehr hinzu, der wegen des Einbringens der Ernte sein muss. Aus Richtung Friedberg kann man nicht bis zum Kreisel durchfahren; man muss die B 300 entweder in Dasing-Süd, an der Abfahrt zur Unterzeller Straße oder zur Taitinger Straße verlassen und dann Richtung Laimering ausweichen oder sogar bis Adelzhausen fahren, wenn man auf die Autobahn will. Aus Richtung Aichach kann man den Kreisel unverändert passieren. Die hohe Belastung der Friedberger und Aichacher Straße sowie der Unterzeller Straße und der Bahnübergang können jedoch auch Schulkinder gefährden, die dort zu Fuß unterwegs sind. Eine gefährliche Stelle ist nach Aussage des Rektors der Dasinger Schule, Gerhard Schmid, auch die Kreuzung von Unterzeller, Kirch- und Schulstraße. Eltern beklagen darüber hinaus teils schmale Bürgersteige an der Aichacher Straße.
Bisher ist nach den Worten von Wiesner glücklicherweise nichts passiert. Aber jetzt wird eine Initiative wieder aufgegriffen, die der frühere Schulleiter Helmut Lenz gestartet hatte: ehrenamtliche Schulweghelfer. Damals meldeten sich nicht genug Freiwillige. Zwei Elternteile haben sich nach Auskunft von Schmid nun bereiterklärt, als Schülerlotsen zu fungieren. Sie werden in Kürze von der Friedberger Polizei in ihr Amt eingewiesen. Wünschenswert wären laut Schmid weitere Helfer, damit die Einsätze auf mehr Schultern verteilt werden können.
Aber hier hatte schon sein Vorgänger Lenz Probleme. Viele Eltern sind berufstätig und können sich am Morgen nicht an die Straße stellen. Das größere Problem ist nach Schmids Ansicht aber, dass nicht so viele Schüler die Ortsdurchfahrt oder die Unterzeller Straße überqueren müssen. Kinder kämen aus allen Richtungen zur Schule. Im Norden und im Westen sei es nach wie vor recht ruhig. Hinzu komme, dass Schüler aus den Ortsteilen und Gastschüler mit dem Bus gebracht würden und direkt an der Schule aussteigen. Deren Eltern müssten auch andere Kinder am Herzen liegen, damit sie sich zur Verfügung stellen. Klagen über Umsatzeinbußen

Von Andreas Alt


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Veröffentlicht am 19.10.2021 15:56 Uhr