Dasing    

Sickerwasser aus Gallenbacher Hausmülldeopnie soll in Dasinger Kläranlage eingeleitet werden

Dasing - In die Dasinger Kläranlage werden künftig möglicherweise auch Sickerwässer aus der früheren Hausmülldeponie Gallenbach eingeleitet. Die Pläne wurden zunächst von Referentinnen der Regierung von Schwaben dem Gemeinderat vorgestellt (noch keine Beschlüsse); es laufen darüber allerdings nach Aussage von Bürgermeister Andreas Wiesner (FWD) schon seit einigen Jahren Gespräche.


Die Deponie wurde von 1972 bis 1991 betrieben - auf eine Weise, die heutigen Umweltstandards bei weitem nicht entspricht. Regierungsvertreterin Eva Braun sagte, es gebe praktisch keinen Landkreis in Bayern, in dem früher eine Mülldeponie betrieben wurde, und der nicht heute noch dafür Kosten zu tragen habe. Auf Dasing sollen allerdings keine zusätzlichen Belastungen zukommen.
Neben der Hausmülldeponie gab es in Gallenbach auch eine Sondermülldeponie. Bei ihr soll sich nichts ändern. Die Sickerwässer der Hausmülldeponie, die hauptsächlich von Regenwasser herrühren und die bisher durch eine eigene Anlage auf dem Deponiegelände gereinigt werden, sollen dagegen künftig in Dasing geklärt werden. Das sei durch das nahe Aichacher und Dasinger Gewerbegebiet Acht300 möglich geworden, das auch an die Dasinger Kläranlage angeschlossen ist.
Die Deponie hat keine Abdichtung; man wählte damals einen Platz mit einer Tonschicht im Boden aus, die allerdings nicht völlig dicht ist.
Generell wird die Belastung der Sickerwässer nach Aussage der Technikerin bei der Regierung, Eva Born, immer geringer. Es handele sich vor allem um organische Verbindungen, in geringem Umfang aber auch um Arsen, ein giftiges Halbmetall, dessentwegen es schon öfter Aufregung um die Gallenbacher Deponien gegeben hat.
Es komme natürlich im Boden vor, sagte Born. Der Freistaat Bayern will dafür sorgen, dass dieses Arsen in der deponieeigenen Anlage ausgefällt und entsorgt wird, bevor das Abwasser in die Dasinger Kläranlage gelangt.
Abgesehen davon ist es laut Born aber günstiger, die Sickerwässer nach Dasing zu leiten, weil sie hier viel stärker verdünnt werden können, und weil die Kläranlage der Gemeinde mehr Stickstoff im Abwasser brauchen kann, der in der Gallenbacher Zuleitung enthalten ist.
Die Mischung von Stickstoff, Kohlenstoff und Phosphor, den Mikroorganismen brauchen, um Schadstoffe in Klärschlamm zu verwandeln, stimme in Dasing nicht, weil ein naher Getränkehersteller viel kohlenstoffhaltiges Abwasser einleite.
Juristin Braun fügte hinzu, der Vertrag zwischen Freistaat und Gemeinde beinhalte, dass Bayern die 130 000 Euro teure Leitung ins Dasinger Klärwerk baut und dann 4,50 Euro je Kubikmeter Abwasser zahlt. Ändert sich die Gebührenordnung der Gemeinde, so passt auch der Freistaat seine Zahlungen an. Beide Seiten überprüfen die Wasserwerte und informieren sich gegenseitig über mögliche Abweichungen.
Anne Glas (Aktive Bürger) fand das Projekt aus Umweltgesichtspunkten richtig, gab aber zu bedenken, dass auch verbotene Stoffe in die Gallenbacher Deponie gelangt seien, und Dasing vor unliebsamen Überraschungen geschützt sein müsse. Außerdem verwies sie darauf, dass es im Kreistag schon öfter "riesige Diskussionen" über die Kosten der Sickerwasserreinigung der Gallenbacher Deponie gegeben habe. Die Einleitung dürfe aber die Gemeinde keinesfalls etwas kosten. Sie erinnerte auch an die Probleme, die es in der Friedberger Ach derzeit mit früher als unbedenklich angesehenen Schadstoffen gebe.
Braun sagte, seit 1996 seien keine gefährlichen Stoffe mit Ausnahme des Arsens gefunden worden - das werde sicher auch in Zukunft so sein, zumal die Belastung der Sickerwässer immer geringer werde. Sie verwies darauf, dass sich der Freistaat selbstverständlich an alle gesetzlichen Vorgaben halten werde und eine Kostenabwälzung auf die Gemeinde damit ausgeschlossen sei.
Born fügte hinzu, die Regierung kümmere sich auch um neu erkannte Schadstoffe. Alle bis auf das Arsen, das gesondert ausgeschieden werden müsse, würden mit Aktivkohle behandelt und seien damit unbedenklich.
Anton Plöckl (CSU) zeigte sich besorgt, was geschehe, wenn die Dasinger Kläranlage näher an Grenzwerte gerate. Das werde bereits mit der Anlage auf der Gallenbacher Deponie verhindert, hieß es. Gerate Arsen dennoch in den Klärschlamm, so sei das kein Problem, weil er nicht mehr als Dünger zugelassen sei, sondern verbrannt werde.
Auch der Klärwerksleiter Alexander Birner wurde um seine Einschätzung gebeten. Er bestätigte die Aussagen der Regierungsvertreterinnen.
Nach Aussage von Braun teilen sich der Freistaat einerseits und die drei Kreise Aichach-Friedberg, Augsburg und Starnberg andererseits die Kosten für die Deponie Gallenbach zu jeweils 50 Prozent.
Ein bisschen zahlt die Gemeinde Dasing allerdings über die Kreisumlage auch mit.
Im Mai oder Juni sollen die Gemeinderäte nun zu einer Begehung der Hausmülldeponie Gallenbach eingeladen werden. Arsen wird noch auf der Deponie ausgefällt und kommt nicht in die Kläranlage

Von Andreas Alt


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Veröffentlicht am 17.03.2021 16:47 Uhr