Dasing    

Neue Verwaltung bringt Dasing an die Finanzgrenze

Dasing - Das neue Dasinger Verwaltungszentrum rückt nun nahe an zehn Millionen Euro Kosten heran (9,6 Millionen Euro). Das gab Bürgermeister Andreas Wiesner (FWD) bei der Vorstellung der weitestgehend abgeschlossenen Planung bekannt. Dabei ist ein Puffer für Unvorhergesehenes und Preissteigerungen in Höhe von 672 000 Euro einberechnet.


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In einer Sondersitzung beschäftigte sich der Dasinger Gemeinderat mit den Planungen zum Neubau des Verwaltungskomplexes. Das Gremium war mit den Vorschlägen von Architekt John Höpfner aus München zufrieden und beauftragte die beteiligten Büros mit der Ausführungsplanung. Grafik: Haack + Höpfner . Architekten BDA, Rendering Fa. Sketchwork


Wiesner sagte auf der Sondersitzung des Gemeinderats, nun müsse man sich weitere freiwillige Projekte gut überlegen; Dasing sei finanziell an der Kapazitätsgrenze. Mit der Planung des Verwaltungszentrums waren die Räte sehr zufrieden und segneten sie ab.
Planer John Höpfner aus München hatte sich eine Mischung aus einem nüchternen Zweckbau und ein paar Extravaganzen ausgedacht. Wie bereits berichtet, wird vom derzeitigen Gemeindehof nur die Tenne stehen bleiben. Die nahe gelegene alte Schule hat dem Ensemble bereits Platz gemacht. Im Osten wird der Tenne ein großes Verwaltungsgebäude gegenüber stehen. Dessen Lamellenverkleidung hatte zwischenzeitlich für Diskussionen gesorgt. Wo heute noch Garagen stehen, wird ein weiteres Gebäude mit großem Ratssaal gebaut. Wie der Saal - und auch die Tenne - wird das Bürgermeisterbüro deckenlos sein und den Blick in die Dachstuhlkonstruktion erlauben.
Den Ratssaal verglich Höpfner mit dem Berliner Reichstag, wo man von der Kuppel ins Parlament hinunterschauen kann. Es wird auch einen Balkon geben, auf dem der TSV Dasing laut dem Planer wie Bayern München seine Meisterschaften feiern kann.
Das Verwaltungsgebäude wird unterkellert, um eine Raumreserve zu schaffen. In dem Gebäude soll es drei bisher nicht besetzte Arbeitsplätze geben. Im Moment arbeitet die Verwaltung in räumlicher Enge. Im Westen erhält die Tenne einen Anbau mit Vereinsräumen. Ein Extra wird ein als "Glasvitrine" bezeichneter Raum sein, in dem, wie jetzt am Tenneneingang, Gegenstände aus der Dasinger Geschichte wie eine alte Feuerspritze ausgestellt werden sollen. Man kann sie dann schon vom Innenhof aus sehen.
Dieser Hof wird zwischen Tenne und Verwaltungsgebäude entstehen. Er wird mit einem Wasserspiel geschmückt sein und soll auch durch Bepflanzungen für die Bürger Aufenthaltsqualität haben. Im Westen und Süden werden 42 neue Parkplätze entstehen - zwei Behindertenparkplätze kommen noch hinzu. Das Verwaltungsgebäude wird zur Kirchstraße hin weitgehend fensterlos, aber zum Innenhof hin durch große Fenster geöffnet sein und soll transparentes Verwaltungshandeln signalisieren.
Die bestehende Obstwiese mit Maibaumplatz und Kriegerdenkmal wird nach Aussage von Planer Thomas Mutter aus Schrobenhausen gesichert werden. Sie erhält aber trittsicherere Wege mit Granitpflaster und eine neue Stromversorgung für den Adventsmarkt. Manfred Moser aus Augsburg erläuterte die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallation, Georg Preschl vom Büro Höß aus Weilach die Elektroanlagen.
In der Aussprache ging es nur um Wünsche und Kritik im Detail. Susanne Kanzler (FWD) fand das Konzept "sehr gut", CSU-Sprecher zeigten sich angetan, Johannes Ankner (FWD) lobte: "Bärig!" Anne Glas (Aktive Bürger) forderte, mehr in die Zukunft zu denken, also das Dach mit Photovoltaik auszustatten und Elektroladestationen auf dem Parkplatz vorzusehen. Laut Bürgermeister Wiesner lässt sich das alles ohne großen Aufwand nachrüsten, die Bundespolitik mache aber keine genauen Vorgaben und gebe derzeit keine Förderanreize. Der ehemalige Gemeinderat Franz Hanglberger, der als Besucher der Sitzung beiwohnte, hätte sich eine andere Gestaltung des Platzes im Westen als einen Parkplatz gewünscht. Wiesner sagte, die angesprochene Planung vor 20 Jahren sei damals sinnvoll gewesen, aber inzwischen überholt.
Seit etwa einem halben Jahr wird an dem Komplex geplant. Es habe viele Treffen auch mit den Vereinen, den Verwaltungsmitarbeitern und den Nachbarn gegeben, und der Arbeitskreis Dorfgestaltung habe beraten, so Wiesner. Der Gebäudekomplex solle auch Impulse für den Prozess der Ortskernsanierung mit ISEK-Förderung geben und Privatleute zur Neugestaltung ihrer Häuser anregen. Der Gemeinderat erklärte sich einstimmig mit den Plänen einverstanden und beauftragte die Büros nun mit der Ausführungsplanung.

Von Andreas Alt


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Veröffentlicht am 06.04.2022 17:48 Uhr