Dasing    

Mit der Magnetschwebebahn über die A 8 fahren

Dasing - Es klingt wie eine unwirkliche Zukunftsvision: von Dasing nach München mit der Magnetschwebebahn. Tatsächlich untersucht die Professur für Verkehrstechnik der Bundeswehruniversität München dieses Modell im Rahmen einer Prüfung von innovativen Verkehrsmitteln - darunter auch Seilbahnen - für den Landkreis Dachau. Davon profitiert das Wittelsbacher Land, weil die Verkehrsführung für eine der gewünschten Trassen im Westen von München entlang der Autobahn führt. Die angedachte Strecke über Bergkirchen, Sulzemoos und Odelzhausen würde sinnvollerweise nicht an der Landkreisgrenze enden, sondern über Adelzhausen nach Dasing weitergehen, eventuell sogar bis Gersthofen.


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Die Magnetschwebebahn der Firma Max Bögl hat 125 000 Testfahrten auf einer Erprobungsstrecke in Nürnberg zurückgelegt. Foto und Grafik: Fa. Max Bögl


Bislang führt der einzige direkte Weg von Dasing nach München über die Autobahn. Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs müssen mit der Bahn über Hochzoll fahren. Betroffen sind nicht nur die direkten Autobahnanrainer, sondern der ganze nördliche Landkreis Aichach-Friedberg. Im Süden ist das anders, da können Pendler in Kissing und Mering in den Zug nach München steigen.
Das Modell für die Magnetschwebebahn wurde inzwischen den Bürgermeistern vorgestellt. "Eine unheimlich spannende Idee", findet Dasings Gemeindechef Erich Nagl das Gedankenspiel. "Ein Nord-West-Strang Schiene fehlt im Großraum München." Die Vorteile einer Magnetschwebebahn gegenüber einer Bahntrasse liegen für ihn klar auf der Hand: Allein schon der Grunderwerb für eine neue Bahnstrecke wäre schwierig und teuer, während die Magnetschwebebahn aufgeständert über der A 8 laufen könnte - vom Thema Landverbrauch ganz abgesehen. "Die Trasse ist da, die Technik ist da, und ökologisch wäre das wünschenswert. Es ist also ein rein finanzielles Problem." Das ist allerdings beachtlich: Von 30 bis 50 Millionen Euro pro Kilometer für eine doppelspurige Verbindung ist die Rede. Für die gut 30 Kilometer zwischen Dasing und Pasing würden demnach ganz grob geschätzt also zwischen 900 Millionen und 1,5 Milliarden Euro im Raum stehen. Zum Vergleich: Der Jahreshaushalt des Freistaats Bayern beläuft sich auf 62,5 Milliarden Euro.
Die Kostenschätzungen lassen "zusammenzucken", sagt Erich Nagl. Trotzdem ist er überzeugt, dass in einem solchen Transportsystem die Zukunft liegen könnte. 


Am 1. September beginnt die Online-Umfrage, die einige Daten wie Alter, Wohn- und Arbeitsort erhebt und das Mobilitätsverhalten abfragt. Der Fragebogen kann bis Ende Oktober ausgefüllt werden. Er ist zu finden unter survey.unibw.de/dachau. Unter den Teilnehmern werden Preise verlost. 

Von Carina Lautenbacher

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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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