Dasing    

Dasinger Feuerwehrhaus: Kritik prallt an festgezurrter Planung ab

Dasing - Das Dasinger Feuerwehrhaus kann wie vorgesehen für rund eine Million Euro erweitert, umgebaut und renoviert werden. Das entschied der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen in einer Sondersitzung vor Ort. Viele Feuerwehrler verfolgten die Sitzung mit. CSU und Aktive Bürger brachten zwar einige Einwände und Sparvorschläge vor, konnten dabei aber nicht die Mehrheit hinter sich versammeln. Obwohl ihnen in der Sitzung am 9. April überraschend Mehrkosten von etwa 200 000 Euro präsentiert worden waren, zeigte sich, dass die Feuerwehr die Investition braucht und sich Erweiterung und Umbau im Bestand kaum voneinander trennen lassen.

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Ausgangspunkt war gewesen, dass die Blauröcke Einsatzfahrzeuge mit Anhänger in der bestehenden Halle nicht unterbringen. Der Anhänger dient der Absicherung bei den häufigen Autobahneinsätzen. Es ist wünschenswert, dass er bei der Abfahrt schon angehängt ist. Es wird also für etwa 675 000 Euro eine größere Halle mit drei zusätzlichen Stellplätzen angebaut. Im Dach entstehen neue Gruppenräume. Zu diesem Zweck wurde bereits für etwa 100 000 Euro ein Grundstück erworben.
Zusätzlich sollen nun aber der Umkleidebereich vergrößert, die Werkstatt ausgebaut und verlegt, ein Aufzug installiert und eine Schleuse geschaffen werden. Die Schleuse soll es anderen Wehren ermöglichen, sich in Dasing Schläuche zu besorgen oder sie zurückzugeben, ohne dass ein Dasinger ihnen öffnen muss. Das 20 Jahre alte Gebäude soll zudem neu gestrichen, der Vorplatz gepflastert werden. Das wurde ausgerechnet kurz nach der Verabschiedung des aktuellen Haushalts bekannt. Auch wenn die Kosten im Wesentlichen erst 2020 anfallen sollen, hätte das sicher auf die Beratungen Einfluss gehabt. Bauamtsmitarbeiter Karl Gamperl räumte ein, er habe versäumt, die Positionen rechtzeitig an die Kämmerei weiterzugeben.
Grundsätzliche Bedenken hatten vor allem Anne Glas (Aktive Bürger) und Johann Kügle (CSU). Glas sagte, sie hätte gern mitgeredet, als noch mehrere Varianten zur Auswahl standen. Sie bedauerte, dass die Planung bereits so festgezurrt sei, dass keine Einsparungen mehr möglich seien. Kügle sagte, einen so hohen Betrag dürfe man nicht vergessen, an die Kämmerei zu melden.
Der Gemeinderat nahm die Entwurfsplanung an und beschloss, die Pläne beim Landkreis zur Genehmigung einzureichen. Einstimmig fiel der Beschluss, einen Förderantrag an die Regierung von Schwaben zu richten. Es wird mit Landeszuschüssen von 82 500 Euro gerechnet.

Von Andreas Alt


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Veröffentlicht am 24.04.2019 23:00 Uhr




 

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