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Dringende Erweiterung

Taiting - Vor kurzem ist mit dem Anbau an das Taitinger Feuerwehrhaus begonnen worden. Die Bodenplatte ist bereits fertig; die Zufahrt zum Grundstück wurde verlegt. Neben dem Haus steht nun ein großer Kran. Eigentlich hatte die Gemeinde zum ersten Spatenstich geladen. Dafür war es zu spät, aber da der Weg zum Bau schwierig gewesen war, wollten Bürgermeister Erich Nagl und einige Verwaltungsmitarbeiter und Gemeinderäte sowie Feuerwehrmitglieder doch den Baubeginn bekanntgeben.

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Ausgangspunkt war eine für die Taitinger erfreuliche Entscheidung gewesen: Sie hatten ein bei den Kollegen in Rieden nicht mehr benötigtes Löschfahrzeug erhalten. Es stellte sich allerdings heraus, dass es entsprechend neuer Baurichtlinien nicht mehr in die Fahrzeughalle passt. Das ist insbesondere daran abzulesen, dass Spinde nicht mehr geöffnet werden und Einsatzkräfte sich dort nicht mehr umziehen könnten. So kam der Wunsch auf, die Halle durch Anbau zu vergrößern.
Warum nicht gleich auch im oberen Stockwerk und im Dachgeschoss mehr Platz schaffen, sagten sich die Floriansjünger. Statt der Garage sollte nun also ein zweistöckiger Kubus, angebaut werden, dann sogar das Satteldach über den gesamten Anbau gezogen werden. So ließ sich der Schulungsraum vergrößern, der künftig auch für weitere Veranstaltungen der Taitinger genutzt werden kann, und unter dem Dach ist dann noch Platz für ein vernünftiges Kommandantenbüro.
Eine Lösung musste auch für die Ausfahrt der Feuerwehrautos gefunden werden, denn vom Anbau aus muss man rangieren, um zur Straße zu gelangen. Nach mehreren Planentwürfen ließ sich das alles aber bewältigen. Jetzt ist die Grundstücksausfahrt sogar breiter als vorher.
Allerdings vervielfachten sich so auch die Kosten des Anbaus. Nagl gab sie mit 450 000 Euro an. Zu allem Überfluss fällt dies in eine Zeit, in der ohnehin mehrere große Investitionen den Gemeindehaushalt belasten und die Schulden in die Höhe treiben. Daher hieß es zwischendurch auch mal, man müsse eine davon streichen oder zumindest verschieben. Am Ende blieb aber das Taitinger Feuerwehrhaus im aktuellen Investitionshaushalt, und nun konnte es also losgehen. Nagl rechtfertigte alle Anstrengungen mit dem ehrenamtlichen Engagement, das die Feuerwehren vor allem in kleineren Kommunen zeigen. Der Schutz, den sie zu jeder Tages- und Nachtzeit gewährleisten, sei eigentlich unbezahlbar.
Und nicht nur das. Die Taitinger Wehr beteiligt sich auch tatkräftig durch Eigenleistungen an ihrem Anbau. "Diesen Weg wollen wir weitergehen", sagte Bauamtsmitarbeiter Karl Gamperl anerkennend. Kommandant Ernst Rösner zeigte sich erfreut, dass der Anbau alle Widrigkeiten überwunden hat. Die Erweiterung sei dringend, er habe persönlich darauf gedrängt, dass sie realisiert wird. Dritter Bürgermeister Markus Waschka, selbst Taitinger, schätzt, dass im September oder Oktober alles fertig sein wird.
Das Riedener Fahrzeug ist derzeit noch in der alten Halle untergebracht. Der Kreisbrandrat habe das für einen Notbetrieb abgesegnet, sagte Rösner. Bleibt also nur ein Schönheitsfehler: Eine Lüftlmalerei von 1990 mit einem eindrucksvollen St. Florian, der gerade von einer Wolke herab ein brennendes Haus löscht, wird hinter dem Anbau verschwinden. Alle Überlegungen, das Bild, das von einem Taitinger Künstler stammt, zu retten, hätten sich als undurchführbar erwiesen, und ein neues Wandgemälde käme zu teuer, sagte Rösner.

Von Andreas Alt


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Veröffentlicht am 24.02.2019 23:00 Uhr




 

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