Dasing    

1500 Besucher folgen Winnetou

Dasing - Die 17. Süddeutschen Karl-May-Festspiele in der Western-City in Dasing standen 2021 erneut im Zeichen der Corona-Beschränkungen. Trotzdem war Veranstalter Volker Waschk mit der Spielzeit im Großen und Ganzen zufrieden, wie er im Gespräch mit der AICHACHER ZEITUNG sagte.


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Old Surehand (Sven Kramer) und Winnetou (Matthias M.) kämpften gemeinsam mit Old Shatterhand (Wolfgang Berger, nicht im Bild) gemeinsam gegen das Böse. Archivfoto: Brigitte Glas


Früher wurde im Sommer mehrere Monate lang auf der Freilichtbühne gespielt; das aktuelle Stück war nur an sechs Wochenenden im Juli und August zu sehen. Kamen sonst 500 Besucher pro Vorstellung, durften diesmal nur etwa 120 eingelassen werden. Die Besucherzahl blieb daher nach Aussage von Waschk mit rund 1500 weit hinter den Vorjahren zurück. Der Western-City-Geschäftsführer reagierte auf die Situation, indem er mit einem deutlich kleineren Ensemble arbeitete und statt dem gewohnten großen Action-Spektakel ein intimes Kammerspiel auf die Bühne brachte.
"Rückkehr zum Silbersee", geschrieben von dem Old-Shatterhand-Darsteller Woife Berger, kam als eher lustige Geschichte, in der verschiedene Dialekte ein große Rolle spielten, laut Waschk beim Publikum sehr gut an. Dass alle Vorstellungen unter Corona-Bedingungen ausverkauft waren, spreche für sich. "Wir hätten die eine oder andere Karte mehr verkaufen können", fügt Waschk hinzu. In wenigen Fällen mussten auch Schaulustige ohne Eintrittskarten nach Hause geschickt werden. Tickets gab es nur im Internet. Ein Höhepunkt war - wie bereits 2019 - der Besuch von Hella Brice, der Witwe des legendären Film-Winnetou Pierre Brice. Zudem gab es Signierstunden der Dasinger Karl-May-Stars.
Ursprünglich war vorgesehen, um Pfingsten mit dem bereits fertig einstudierten Stück "Winnetou und Kapitän Kaiman" zu starten. Damals war aber an solche Veranstaltungen noch nicht zu denken.
Das Kammerspiel "Rückkehr zum Silbersee" war das, was von den Plänen übrig blieb. Es sei aber wichtig, dass gespielt wird, sagte Waschk.
Das Programm des kommenden Jahres steht nach seinen Worten noch nicht - es wird wiederum von einigen noch unvorhersehbaren Faktoren abhängen. Das Stück "Winnetou und Kapitän Kaiman" stände für eine Uraufführung zur Verfügung. Ob es gespielt werden kann, ist aber noch unklar. Auch wenn die Western-City noch viel mehr zu bieten hat - Rai-Reiten, Eventpark, Feriengestaltung, Wanderungen - sind die Karl-May-Festspiele nach Waschks Aussage wichtig, um die Menschen immer wieder auf den Freizeitpark hinzuweisen und neu zu animieren, ihn zu besuchen.
1980 hatte der Reitexperte und Unterhaltungssänger Fred Rai die Western City gegründet. Der Wilde Westen war seine große Sehnsucht. Heute weist schon auf der Autobahn eine Tafel auf den Freizeitpark hin. Der von Rai entwickelte Reitstil "ohne Peitsche, ohne Sporen" ist inzwischen allgemein anerkannt.
Die Western-City erlitt aber auch Rückschläge. Mehrmals kam es unter ungeklärten Umständen zu Bränden auf dem Parkgelände, auch begünstigt durch die Tatsache, dass es nicht ständig bewohnt war. Die Westernwelt wurde aber jedes Mal wieder aufgebaut. Am 24. April 2015 starb Rai im Alter von 74 Jahren. Andere führen nun sein Lebenswerk weiter. "Wir hätten die eine oder andere Karte mehr verkaufen können."

Von Andreas Alt


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Veröffentlicht am 02.09.2021 16:38 Uhr