Adelzhausen    

Die Tankstelle für den Bau

Adelzhausen - Seit gut einem Jahr betreibt der Unternehmer Konrad Schmaus aus Adelzhausen eine Tankstelle. Statt Diesel oder Benzin gibt sie Beton aus. Ab einer Menge von 150 Litern können sich Privatleute und Firmen die graue Masse, für ihre Zwecke zusammengemischt, direkt auf den Anhänger, in eine Betonbombe oder einen Mörtelkasten schütten lassen.


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Seit etwa einem Jahr betreibt Konrad Schmaus aus Adelzhausen seine Betontankstelle. Seine Firma gibt es seit 2013.
Bastian Brummer


Die Gerätschaft ist auffällig. Ein gewaltiges Silo mit der Aufschrift "Beton SB Tankstelle" steht mitten im Gewerbepark Adelzhausen. Darüber weht eine rote Flagge mit dem Firmenlogo im Wind. "KSA", Konrad Schmaus Adelzhausen, steht dort auf bayerisch weiß-blauem Rautenmuster geschrieben. Um die Betontankstelle herum rumpelt, pfeift und staubt es. Ein Radlader fährt Schutt umher, Bagger beladen Muldenkipper. Eigentlich beschäftigt sich Schmaus' Firma mit Abbrucharbeiten, Erdbewegungen jeder Art oder Containervermietungen. Auf einzelnen Baustellen liefert die Adelzhausener Firma auch selbst Beton.
"Aber manchmal brauche ich auf eigenen Baustellen relativ kleine Mengen", erklärt Konrad Schmaus. Der 34-Jährige ist braun gebrannt, trägt eine dunkle Arbeitshose und steht lächelnd vor der Beton-Tankstelle. Die hat er sich genau aus diesem Grund angeschafft: Große Mischwerke geben lieber große Mengen an Beton aus, kleinere Marschen müssen sich Privatleute und kleinere Firmen meist selbst vor Ort zusammenmischen.
In Adelzhausen kann man aus 23 Rezepturen auswählen - ob für Betonkeile bei Pflasterarbeiten oder Punkt-Fundamente beim Bau eines Zauns. Alles, was man dafür braucht, führt die Tankstelle zusammen. Tatsächlich gibt es aber keinen Zapfhahn, sondern ein großes Förderband, das die fertige Mischung direkt ausschüttet. Das große Silo fasst 38 Tonnen Zement, je vier Kubikmeter Estrichsand und Riesel liegen in zwei durch eine Metallwand getrennten Behältnissen oberhalb des Mischwerks. Dort laufen Zement, Sand und Kies zusammen und werden mit Wasser aus der Leitung gemischt.
Um die 50 Kubikmeter Beton verkauft Schmaus mit dieser Methode wöchentlich. Zu Beginn der Corona-Krise waren es noch mehr. "Man kann hier jeden Tag rein, aber als Corona losging, standen die Leute einmal fast Schlange", erzählt Schmaus. Viele hätten die Zeit genutzt, etwa einen Pool zu bauen oder den Garten neu zu gestalten. Dafür werden häufig kleinere Mengen an Beton gebraucht.

Von Bastian Brummer



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Veröffentlicht am 10.08.2020 10:44 Uhr



 
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