Baar    

Waldkindergarten für Baar

Baar - Nicht sehr umfangreich war die Tagesordnung des Baarer Gemeinderates für den öffentlichen Teil der Donnerstagssitzung. Entsprechend schnell war alles abgehandelt und die Zuhörer schon nach 30 Minuten wieder auf dem Heimweg.


Einig waren sich die Räte in Sachen Waldkindergarten. Bürgermeister Roman Pekis berichtete von einem Besuch der Pöttmeser Einrichtung in Handzell und bezeichnete diese als spannend und interessant. Ähnlich wie in Handzell, wo mit fünf Kindern begonnen wurde und mittlerweile 17 Kinder im Wald betreut werden, müsse das Projekt auch in Baar langsam wachsen. Doris Niklas sah den Vorteil vor allem in den nicht erforderlichen baulichen Maßnahmen.
Schon im Januar sollen die Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2022/23 erfolgen und dabei der Waldkindergarten als Option angeboten werden.
Bis Januar müssen deshalb alle Vorarbeiten geleistet sein, so Pekis. Auch mit der Kirche als Träger der Einrichtung will man sich einigen. "Step-by-step", sollen die Gespräche dazu geführt werden. Lediglich Johanna Ruisinger war gegen dieses Vorgehen (Thomas Kähler fehlte entschuldigt).

Als "Symbolik" und nicht erforderlich sah Josef Reiter die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für die Kinderpflegeeinrichtungen.
Auch medizinische Laien müssten inzwischen mitbekommen haben, dass Kinder am wenigsten gefährdet sind und deren Körper bei ständig reiner Luft keine Abwehrkräfte bilden, so Reiter. Zusammen mit Dieter Zach stimmte Reiter gegen die Anschaffung. Ob diese noch heuer oder erst im nächsten Jahr erfolgt, ist noch offen; sobald es Zahlen dazu gibt, wird sich das Gremium nochmals damit befassen.

Die Zuhörer der Sitzung erfuhren, dass die Abwasserpumpen der Kläranlagen an die Firma APS Höck für 17 300 Euro vergeben wurden, für die Kläranlage ein VW Caddy beim Autohaus Kürbis für 9250 Euro gekauft wurde und die Motorradfreunde nun das Gefrierhaus für monatlich 50 Euro Pacht als Vereinsheim nutzen dürfen.

Unter Kenntnisnahmen zeigte der Bürgermeister Fotos von den Ausgrabungsfunden im Baugebiet Zeintl, die er zusammen mit seinem Amtsvorgänger Leonhard Kandler im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege besichtigt hat. In der Novembersitzung soll der Gemeinderat entscheiden was mit den Funden aus dem siebten Jahrhundert geschehen soll.

Roman Pekis teilte auch den Namen des neuen Gemeindearbeiters mit: Er heißt Siegfried Seitz.

Die Kanalbefahrung ist abgeschlossen, momentan laufe die Auswertung, so die Antwort auf eine Frage von Andrea Winter. Winter wollte auch wissen, ob aktuell auswärtige Kinder den Kindergarten besuchen und parallel Baarer Kinder auf der Warteliste stehen. Dies bejahte der Bürgermeister, das werde sich aber zum Ende des laufenden Kindergartenjahres wieder ändern.

Von Wilhelm Wagner Als positive Anregung bezeichnete Gemeindeoberhaupt Roman Pekis die Errichtung eines kommunalen Trinkbrunnens. Dazu hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ein Sonderförderprogramm aufgelegt. Auch Doris Niklas sah in dem Brunnen eine Bereicherung, war letztlich aber zusammen mit dem Bürgermeister die einzige Befürworterin.
Zuvor hatten bereits Michael Helfer ("Wer übernimmt die Pflege?"), Dieter Zach ("Aufwand zu groß") und Josef Reiter ("überflüssig") ihr Abstimmungsverhalten kundgetan. Florian Beutlrock erinnerte mit seiner Stellungnahme "zuerst streichen wir alles aus dem Haushalt und dann wollen wir uns einen Brunnen leisten?" den selbst auferlegten Sparzwang in Erinnerung. ww


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Veröffentlicht am 15.10.2021 16:16 Uhr