Baar    

Baar verabschiedet Sparhaushalt

Baar - Zu seiner Donnerstagssitzung traf sich der Baarer Gemeinderat nach den vorangegangenen "Auswärtsspielen" in Pöttmes wieder in der heimischen Mehrzweckhalle. Dort erwies sich die kleidungstechnische Aufrüstung der Gremiumsmitglieder und der sieben Zuhörer dank der vorzeitig eingeschalteten Heizung als überflüssig. Wie berichtet, hatte die Gemeinde Baar nach Aufforderung des Landratsamts angesichts der prekären Finanzen zwei Mal intensiv an der Haushaltskonsolidierung und einem Sicherungskonzept gearbeitet. Die Verabschiedung des Haushalts stand nun auf der Tagesordnung.


Zum einen fehlen Einnahmen, gleichzeitig schlagen mit der Errichtung der Mini-Kita, dem Neubau einer Kindertagesstätte, der Sanierung maroder Straßen und der Grundschule und vor allem die dringend notwendige Ertüchtigung der Kläranlage zu Buche. Diese dicken Brocken sind für 2021 nur durch einen ordentlichen Griff in die Rücklagen (Entnahme von 900 000 Euro) und eine Kreditaufnahme von 493 500 Euro zu stemmen. Anstelle der üblichen Zuführung zum Vermögenshaushalt ist diesmal eine Zuführung zum Verwaltungshaushalt erforderlich. Wie Kämmerin Sandy Lichtblau im Vorwort zum Haushalt betont, umfassten die zu finanzierenden Maßnahmen ausschließlich Pflichtaufgaben, die im Planungszeitraum unaufschiebbar seien.
Gemeinderat Josef Reiter (ULB) blickte auf die kontroverse Diskussion zurück und forderte eine erneute Überarbeitung. "Wir müssen Schulden machen, um unsere Schulden zu bezahlen", lautete sein Argument. "Die Sanierung der Kläranlage und den dritten Bauhofarbeiter können wir uns nicht leisten, gleichzeitig müssen wir aber unsere Satzungen schleunigst umsetzen", forderte er. Doris Niklas (WGB) hielt dem entgegen, die Kläranlage sei Pflichtaufgabe; man müsse eher verhindern, dass deren Betrieb untersagt werde. Ob denn zeitlich alles umsetzbar sei, wollte Dieter Zach (ULB) wissen. Die von ihm geäußerten Abwicklungsprobleme sah Bauamtsleiter Peter Fesenmeir nicht. "Die Kläranlage ist dringend und wenn alle Vollgas geben, ist es zu schaffen." Doris Niklas meinte dazu: Sollte das Geld nicht ausgegeben werden, sei es ja nicht verloren. Außerdem sei nicht sicher, ob es 2022 besser werde.
Gegen die Stimmen von Andrea Winter, Johanna Ruisinger, Josef Reiter und Florian Beutlrock (alle ULB) wurde der Haushalt s verabschiedet.

Von Wilhelm Wagner



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Veröffentlicht am 12.03.2021 18:45 Uhr