Baar    

Keine Fortschritte bei der Kinderbetreuung

Baar - Versprach die Tagesordnung zur Baarer Gemeinderatssitzung am Donnerstag eher unaufgeregte Themen, so wurde es gegen Ende des öffentlichen Teiles doch etwas heftiger. Dass das unter Kenntnisnahmen und Anfrage aufgekommene Thema Kindergarten und Kindertagesstätte nun angepackt und gelöst werden muss, war man sich einig; nicht allerdings über den Weg dorthin.

Als Johanna Ruisinger nach der Trägerschaft für den Kindergarten fragte und Kandler auf die mündliche Zusage der Kirchenstiftung verwies, nahm die Diskussion Fahrt auf. Josef Schmidt stellte daraufhin den Antrag auf Übernahme durch die Gemeinde. Man habe lange genug guten Willen gezeigt. Nun solle die Verwaltung die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist überprüfen. Von einer "Lachnummer" sprach Schmidt gar, als das Stichwort Friedhofsmauer fiel. In der Vergangenheit war mehrfach durchgeschienen, die Kirchenstiftung könnte bereit sein, die Trägerschaft des Kindergartens weiter zu übernehmen, wenn sich die Gemeinde bei der Sanierung der maroden Oberbaarer Friedhofsmauer kooperativ zeige. Christine Winter-Bächer monierte, dass man sich bereits im Dezember 2017 und danach mit weiteren vier Beschlüssen mit dem Thema befasst habe, jedoch jedes Mal ohne Ergebnis. Johanna Ruisinger forderte, dem Beispiel Pöttmes zu folgen, und beantragte, Container für eine Kita aufzustellen. Stefan Hummel versuchte hier etwas Wind aus dem Gespräch zu nehmen und wies auf die erforderliche bauaufsichtliche Genehmigung (im Landratsamt aktuell etwa sechs Monate) und die Kosten von 85 000 bis 100 000 Euro pro Jahr zuzüglich Betriebskosten und Personal hin. Den Hauptknackpunkt sieht Hummel in einem geeigneten Grundstück. Sollte parallel zur Übergangslösung tatsächlich ein Neubau geplant sein, hätte man schon zwei Standortprobleme. Wenn in Pöttmes auch die Plätze knapp sind, könnte man doch kooperieren, um für beide Seiten einen Vorteil zu schaffen.
Während der Bürgermeister erst das Ergebnis der Bedarfsermittlung abwarten will, sprach Dieter Zach von einer "Situation, die wir uns ersparen hätten können". Anstatt nur "könnten" und "sollten" zu proklamieren, müsse jetzt etwas geschehen. Auf Winter-Bächers Frage "Was machen wir?", kündigte Bürgermeister Kandler sichtlich gereizt an, in der nächsten Sitzung ein Architekturbüro zu beauftragen.

Von Wilhelm Wagner


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Veröffentlicht am 06.07.2019 00:00 Uhr




 

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