Augsburg    

Wie sich Corona auf die Sportvereine auswirkt

Augsburg - Die Corona-Pandemie fordert auch das Durchhaltevermögen der Augsburger Sportlandschaft heraus: Die Sportvereine können ihren eigentlichen Sportbetrieb derzeit so gut wie nicht anbieten und befürchten einen Mitgliederschwund sowie damit verbundene Einnahmeverluste vor allem im neuen Jahr. Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Sportvereine konkret zu erfassen, hat die Sportverwaltung Anfang Dezember 178 Augsburger Sportvereine per Mail befragt und nun 40 Antworten erhalten und ausgewertet.


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Im Jahr 2018 hat der Post SV seinen modernen "Sportcampus" im Augsburger Sheridan-Areal eröffnet. Seit Oktober ist dessen Betrieb komplett eingestellt. Foto: Paul Hofmeister


Auch wenn das Stimmungsbild aufgrund der Anfrageart nicht repräsentativ sei, so seien doch bestimmte Tendenzen hinsichtlich der gestellten Fragen erkennbar, so das Sportreferat. "Wir haben uns möglichst umfassend über die Situation der Augsburger Sportvereine informiert und auf dieser Basis nun Angebote entwickelt", sagt Sportreferent Jürgen Enninger. Diese umfassten "gezielte Beratungsangebote" und den Erfahrungsaustausch mit dem Vereinen.
Die Rückmeldungen auf die Umfrage seien so vielfältig gewesen wie die Augsburger Vereine. Während einige Vereine sogar davon profitiert hätten, dass die Menschen nicht verreisen konnten und deshalb mehr Zeit Zuhause verbrachten, seien vor allem Groß-Vereine, die teure Liegenschaften unterhalten, gleichzeitig besonders stark von einem Mitglieder- und Einnahmerückgang betroffen.
Denn während vor allem die kleinen Vereine von treuen Mitgliedern berichten, die trotz fehlender Angebote bei ihrem Verein bleiben, geht die Sportverwaltung davon aus, dass vor allem wegen der etwas anonymeren Mitgliederbindung die wirtschaftlich organisierten Groß-Vereine stärker von Austritten betroffen sind.
Naturgemäß weniger stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen seien außerdem Vereine, die sich auf Outdoor-Individualsport spezialisiert haben, stärker solche mit einem Schwerpunkt auf Indoor-Mannschaftssport. Die meisten Vereine litten laut der Umfrage unter dem fehlenden Vereinsleben. Häufig seien hier Online-Angebote als Gegenmaßnahme genannt worden.
Die Umfrage brachte der Sportverwaltung auch ein positives Ergebnis: Von einem wirklichen "Vereinssterben" sei bisher in keiner Rückmeldung die Rede gewesen. Auch dem Sport- und Bäderamt sei aktuell keine Häufung von Vereinsauflösungen bekannt. Genaue Zahlen stünden allerdings erst nach der Auswertung der Bestandserhebung im Frühjahr zur Verfügung.
Einige Vereine, darunter vor allem solche mit vereinseigener Infrastruktur und hauptamtlichen Mitarbeitern, nähmen bereits staatliche Unterstützung in Anspruch oder seien dabei, sich um diese zu bemühen. Kleinere Vereine, die bei wegfallenden Aktivitäten auch ihre Kosten reduzieren konnten, zehrten oft von ihren Rücklagen. Große Vereine haben besonders mit Pandemie zu kämpfen


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Veröffentlicht am 10.01.2021 17:42 Uhr