Augsburg    

Staatstheater Augsburg will den "Aufbruch"

Augsburg - Viele voraussichtlich populäre Produktionen der aktuellen Spielzeit des Staatstheaters müssen erst noch anlaufen - etwa die beiden Musical-Inszenierungen "Kiss me, Kate" und "Herz aus Gold", die im Juni und Juli auf der Freilichtbühne ihre Premiere feiern. Gleichzeitig laufen bereits die Vorbereitungen für die neue Spielzeit mit Start im Herbst. Was in der Theatersaison 2022/23 geplant ist, haben Staatsintendant André Bücker und sein Team in dieser Woche vorgestellt.


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Intendant André Bücker und Nicole Schneiderbauer, David Ortmann und Sabeth Braun (von links) aus dem Leitungsteam Schauspiel bei der Vorstellung der kommenden Spielzeit des Staatstheaters. Foto: Michael Hochgemuth


Eröffnet werden soll die neue Spielzeit, die unter dem Motto "Aufbruch" steht, demnach am 10. September mit der deutschsprachigen Erstaufführung von Jez Butterworths Theaterstück "Jerusalem" unter der Regie von André Bücker. Das Stück aus dem Jahr 2009 wird aktuell auch im Londoner West End erneut gespielt. Dass das Staatstheater Augsburg sich die deutsche Erstaufführung des Erfolgsstücks über Hauptfigur "Rooster" Byron - der in einem Wohnwagen im Wald lebt, dort gegen die Welt wettert und die perspektivlose Jugend mit Drogen versorgt - sichern konnte, bezeichnet das Theater als "kleine Sensation".
Auch weitere Erst- und Uraufführungen sind laut Staatstheater in den vier Sparten Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Konzert geplant, ebenso wie Inszenierungen verschiedener Klassiker. Die eher neue, fünfte Sparte für Digitaltheater werde ihr Repertoire außerdem weiter ausbauen. Das Spielzeitmotto "Aufbruch" soll laut Intendant André Bücker für einen hoffnungsvollen Start in die neue Spielzeit stehen, aber auch das "Aufbrechen von vermeintlichen Gewissheiten und alten Mustern in diesen bewegten Zeiten" thematisieren.
Im Musiktheater gibt es in der neuen Spielzeit eine europäische Erstaufführung: Die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Oper "Angel's Bone" der chinesisch-amerikanischen Komponistin Du Yun, eine zeitkritische Parabel über heutigen Menschenhandel und Sklaverei. Auch die Monooper "Das Tagebuch der Anne Frank" von Grigori Frid widmet sich einem gesellschaftlich brisanten Stoff. Auf dem Programm stehen außerdem Opernklassiker wie Verdis "La Traviata" und Beethovens "Fidelio". Auf der Freilichtbühne will das Staatstheater Augsburg im kommenden Jahr das Musical "Drei Musketiere" von Rob und Ferdi Bolland spielen.
Bekannte Titel und neue Entdeckungen verspricht das Staatstheater in der Sparte Schauspiel. Ein Höhepunkt werde eine Uraufführung im Rahmen des diesjährigen Kleist-Förderpreises sein, eines der renommiertesten Preise für Junge Dramatik in Deutschland, den das Staatstheater Augsburg erstmals ausrichtet. Eine weitere Uraufführung ist "Unruhe um einen Friedfertigen" nach dem Roman von Oskar Maria Graf. Regisseur Andreas Merz Raykov kehrt mit "Drei Schwestern in Moskau", einer um einen realen Kriminalfall erweiterten Bearbeitung von Anton Tschechows "Drei Schwestern", nach Augsburg zurück. Zu den Klassikern, die in der kommenden Saison aufgeführt werden, zählen unter anderem das Familienstück "Alice im Wunderland" und Ibsens "Ein Volksfeind".
Das Ballett am Staatstheater holt wieder große Namen nach Augsburg, so etwa bei der ersten Premiere der neuen Saison mit Choreografien von Jacopo Godani und Marco Goecke oder beim Kammertanzabend "Kontraste", bei dem Uraufführungen von Michael Ostenrath und Didy Veldman gezeigt werden. Mit der spartenübergreifenden Ballettoper "The Fairy Queen" steht zudem ein großes, klassisches Ballett auf dem Programm. Nach zwei Jahren Pause soll im April auch wieder die Internationale Ballett- und Tanzgala stattfinden.
Die Konzertsaison soll die junge Cellistin Raphaela Gromes als Artist in Residence bereichern. Neben einem sinfonischen Programm bietet die Konzertsparte außerdem einige Sonderkonzerte - so begleiten die Augsburger Philharmoniker etwa den legendären Stummfilm "Metropolis" live oder bringen in der Reihe "Zukunft(s)musik" ukrainische Komponistinnen ins Rampenlicht. Vor dem Start der Saison im September wird das Publikum in diesem Jahr am 3. Juli auch wieder zu einem Theaterfest im Martini-Park eingeladen, das auf die neue Spielzeit einstimmen soll und Einblicke in diese gibt.
Der Kartenvorverkauf für die kommende Spielzeit startet am 1. Juli über staatstheater-augsburg. de/spielplan oder beim Besucherservice des Staatstheaters. "Jerusalem" in deutscher Erstaufführung

Von Laura Türk


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Veröffentlicht am 13.05.2022 17:03 Uhr