Augsburg    

Schretter ersetzt Lohner

Augsburg - Die Regierung von Schwaben ist der verlängerte Arm des Freistaats. Sie ist dafür zuständig, dass auch zwischen Donau und Lech - und freilich auch in Aichach - die Beschlüsse des Kabinetts und die Vorgaben der Ministerien umgesetzt werden. Nun gab es einen Wechsel an der Spitze: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verabschiedete gestern Erwin Lohner und begrüßte Barbara Schretter als neue Regierungspräsidentin mit einem Festakt im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.


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Er geht, sie übernimmt: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (von links) führte Barbara Schretter ins Amt als neue Regierungspräsidentin von Schwaben ein und verabschiedete gleichzeitig Erwin Lohner aus dem Amt. Foto: Maximilian Tauch


Ganz unschuldig ist Innenminister Herrmann nicht an dem Wechsel. Schließlich holt er Lohner zu sich nach München. Am 1. März wechselt der scheidende Regierungspräsident als Amtschef in das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration.
Herrmann würdigte Lohner, als "bürgernahen Regierungspräsidenten", der die Mammutaufgaben in Krisenzeiten wie Pandemie und Ukrainekonflikt hervorragend bewältigt habe. Tatsächlich war Lohner zuletzt eine ganz andere Krise ziemlich nahe gerückt.
Mitglieder des Augsburger Klimacamps waren Ende Oktober 2022 in Lohners Büro eingedrungen und hielten es besetzt. Eine Person seilte sich gar aus einem Fenster ab. Die Aktivisten forderten laut einer Mitteilung des Klimacamps von Regierungspräsident Lohner, "dass er sich für eine Ausnahmegenehmigung zur Teilrodung des Meitinger Lohwalds verantwortet", denn "trotz anhängiger Klagen vor Bayerns höchstem Verwaltungsgericht", habe dieser die Genehmigung erteilt. Hintergrund der Aktion war die Teilrodung des Meitinger Lohwalds. Gegen die Rodung hatte sich auch das Augsburger Klimacamp eingesetzt. Polizei und Feuerwehr beendeten schließlich den Rummel in Lohners Büro. Während der gestrigen Feierstunde konnte sich Lohner eine kurze Anspielung auf diese Episode nicht verkneifen - wohl auch wegen der räumlichen Nähe zum Klimacamp, das direkt neben dem Rathaus eingerichtet ist.
Der Innenminister dankte Lohner für dessen Arbeit: "Dank Ihres persönlichen Einsatzes sowie der Leistung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regierung von Schwaben, der Landkreise und kreisfreien Städte ist es in Schwaben vorbildlich gelungen, die Herausforderungen zu meistern." Lohners Führungsstil sei dabei stets von Menschlichkeit, Fürsorge und Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern geprägt gewesen. Durch seine bescheidene, offene und zugehende Art habe er sich sowohl innerhalb der Regierung als auch im gesamten Regierungsbezirk großes Vertrauen erarbeitet. "Diese Fertigkeiten werden Sie auch in Ihren künftigen Aufgaben als Amtschef des Innenministeriums bestens gebrauchen können. Sie werden einem Ministerium mit inzwischen weit mehr als 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorstehen, die eine enorme Themenvielfalt bearbeiten."
Die Auswahl einer Nachfolge für den scheidenden Regierungspräsidenten sei eine schwierige Personalentscheidung gewesen, so Herrmann. Für eines der anspruchsvollsten Ämter der bayerischen Verwaltung komme nur eine Persönlichkeit in Frage, die neben der fachlichen Qualifikation auch noch große Führungskompetenz und Managementqualitäten mitbringe: "Und eine solche Person haben wir mit Ihnen, liebe Frau Schretter, gefunden", lobte Herrmann die neue Regierungspräsidentin. Er selbst habe Schretters Arbeit im Innenministerium in bester Erinnerung und würdigte ihre Einsatzbereitschaft.
"Ich freue mich jetzt schon auf die Begegnung mit vielen Menschen in Schwaben, aus allen Teilen des Regierungsbezirks und aus allen Bereichen. Ich bin neugierig und ich freue mich darauf", sagte Schretter über ihre neue Aufgabe. "Ich freue mich auf die Begegnung mit vielen Menschen in Schwaben"

Von Maximilian Tauch und Markus Höck


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Veröffentlicht am 01.02.2023 17:55 Uhr