Augsburg    

Im Südwesten viel Neues

Augsburg - Ein See in der Mitte, Bäume drumherum, ein Wald im Westen und Gebäude in unterschiedlichen Anordnungen - so sieht der Siegerentwurf für das Großprojekt Haunstetten-Südwest aus. Im Südwesten des Augsburger Stadtteils Haunstetten soll auf einer Fläche von 200 Hektar ein komplett neues Viertel entstehen. 6000 neue Wohnungen und Büroflächen für knapp 6000 Arbeitsplätze sehen die Pläne vor. Im Kampf gegen die Wohnungsknappheit in Augsburg ist das geplante Quartier ein entscheidender Bestandteil.


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Das Modell des Siegerentwurfs aus dem Architektenwettbewerb wird derzeit zusammen mit den anderen prämierten Entwürfen im Augsburger Rathaus ausgestellt. Fotos: Laura Türk


Augsburg - Ein See in der Mitte, Bäume drumherum, ein Wald im Westen und Gebäude in unterschiedlichen Anordnungen - so sieht der Siegerentwurf für das Großprojekt Haunstetten-Südwest aus. Im Südwesten des Augsburger Stadtteils Haunstetten soll auf einer Fläche von 200 Hektar ein komplett neues Viertel entstehen. 6000 neue Wohnungen und Büroflächen für knapp 6000 Arbeitsplätze sehen die Pläne vor. Im Kampf gegen die Wohnungsknappheit in Augsburg ist das geplante Quartier ein entscheidender Bestandteil.
Die Entwürfe der Preisträger aus dem europaweiten Architektenwettbewerb werden nun im Augsburger Rathaus ausgestellt. Der Siegerentwurf stammt von den Wiener Büros Albert Wimmer, Knollconsult Umweltplanung sowie Rosinak & Partner. In einem nächsten Schritt muss die Stadt ein Vergabeverfahren durchführen. In etwa zwei bis zweieinhalb Jahren soll dann eine Rahmenplanung stehen. Die Stadt Augsburg geht davon aus, dass in etwa sieben Jahren die ersten Bagger rollen könnten. Bis 2050 könnte das neue Stadtviertel komplett fertiggestellt sein.
"Landscape first" nennt sich das Prinzip, nachdem die Architekten gearbeitet haben. Die vorhandene Landschaft sollte dabei den Rahmen für die Planung vorgeben. Zentrales Element im neuen Viertel ist demnach das Grün. Von Nord nach Süd durchzieht ein parkartiges, etwa 1,8 Kilometer langes "grünes Band" das Quartier.
In der Mitte befindet sich ein grundwassergespeister See mit einer Bühne am Ufer. Innerhalb des Parks ist eine Kette von Gewässern geplant. Die "blauen Adern" greifen das historische Stadt-Element des Wassers auf, so erklären es die Architekten in ihrem Entwurf, der zum Wasser-Welterbe-Titel der Stadt Augsburg passen soll.
Die kleinen Bächlein sollen durch Regenwasser von den Straßen gespeist werden. Die Grünflächen werden also zwischen Wasserlandschaft und Wiese variieren, je nach Niederschlag.
Mit dieser Idee möchten die Planer die Kanalisation entlasten. Dachbegrünung soll bei Starkregen zudem wie ein Schwamm das Wasser zurückhalten.
Vom zentralen Park aus werden grüne Buchten in das Wohngebiet hineingehen. Als Verbindung mit dem bestehenden Haunstetten wird eine autofreie Promenade mit Supermarkt, Geschäften, Schulen, einer Bücherei und Treffpunkten errichtet. Was die Gebäude angeht, sind vor allem drei- und viergeschossige Mehrfamilienhäuser geplant. Vereinzelt sind auch Häuser mit fünf Stockwerken vorgesehen, im Westen zweigeschossige Einfamilienhäuser. Für Autos sollen Quartiersgaragen geschaffen werden, in denen auch Leihräder erhältlich sind und eine Anbindung an den Nahverkehr über Bus vorhanden ist. In den Garagen wird es den Plänen zufolge auch Läden und Freizeitmöglichkeiten, wie etwa ein Bowlingcenter, geben.
Für den ÖPNV-Anschluss sorgt ein weiteres Großprojekt: Die Verlängerung der Tramlinie 3 wird den neuen Stadtteil am östlichen Rand anbinden. Zudem ist eine neue Buslinie geplant. "Grünes Band" mit "blauen Adern"

Von Janina Funk


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Auf einer Fläche von 200 Hektar , die derzeit noch Ackerland ist, soll ein komplett neues Viertel entstehen.



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Veröffentlicht am 09.02.2020 16:31 Uhr



 
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