Augsburg    

1500 neue geförderte Wohnungen

Augsburg - Die Situation am Augsburger Wohnungsmarkt ist "nach wie vor schwierig" - wie es Oberbürgermeister Kurt Gribl auf einer Pressekonferenz formulierte. Gegensteuern will die Stadt unter anderem mit dem Neubauprogramm der Wohnbaugruppe, das Stadtregierung und WBG-Geschäftsführer Dominik Hoppe gestern vorstellten. Rund 1500 neue Wohneinheiten sollen demnach kurzfristig entstehen. Das Ziel von 100 neuen Wohnungen im Jahr wird aktuell aber noch nicht erreicht.


Man tue alles, was möglich sei, um der Nachfrage nach Wohnraum in Augsburg gerecht zu werden, versicherte Gribl. Ab 2020, so stellte er in Aussicht, werde man das Ziel der 100 neuen WBG-Wohnungen pro Jahr deutlich übertreffen. Im Bau befinden sich aktuell 141 Wohneinheiten. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll für 417 Wohnungen Baubeginn sein. Geplanter Baubeginn bis 2024 ist für weitere 967 Wohnungen.
Die Bautätigkeit der städtischen Gesellschaft ist eine von fünf Säulen der Augsburger "Offensive Wohnraum". Die anderen vier: Die Aktivierung von neuen Wohnpotenzialen durch die Ausweisung neuer Wohngebiete, die Aktivierung von vorhandenen Wohnpotenzialen durch Nachverdichtung, die Unterstützung von Eigentümern und privaten Bauherren sowie die Förderung von Wohnen in besonderen Lebenslagen, also beispielsweise die Unterstützung von Menschen mit Behinderung oder die Schaffung neuer Obdachlosenheime. Letzteres stellte Sozialreferent Stefan Kiefer vor, der zudem die Gelegenheit nutzte, zu betonen, wie wichtig der Mietspiegel für das Gesamtkonzept sei. Dieser wurde vor zwei Jahren in Augsburg eingeführt und war anfangs politisch umstritten. "Das Instrument erfreut sich zunehmender Akzeptanz", konstatierte Kiefer gestern. Derzeit wird der Mietspiegel angepasst. Der bisherige aus dem Jahre 2017 weist eine durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter von 7,27 Euro aus.
Laut Mietpreisbremse darf die Miete bei Neuvermietungen höchstens zehn Prozent über den vergleichbaren Bestandsmieten liegen. Diverse Immobilienportale weisen indes für Augsburg einen aktuellen Durchschnittspreis von zwischen 11 und 12 Euro pro Quadratmeter bei Neuvermietungen aus.
Günstiger wohnt man bei der WBG. Durch die Subventionen könne eine Miete von rund 6,50 pro Quadratmeter erreicht werden, erklärte Hoppe. Für Neubauwohnungen, wohlgemerkt.
Um Ghettobildung zu vermeiden, werden geförderte Wohnungen inzwischen in einem Drei-Stufen-Modell vergeben, bei dem der Hartz-IV-Empfänger mehr Zuschuss bekommt als etwa die vierköpfige Familie mit Durchschnittseinkommen. Letztere werde künftig für eine WBG-Neubauwohnung circa 10 Euro pro Quadratmeter zahlen, so Hoppe. Bei einer Zielmiete von aktuell 12 Euro werden in der Dritten Stufe also immer noch 2 Euro pro Quadratmeter gefördert. Die Zielmiete sei das, was die WBG verlangen müsste, um kostendeckend zu arbeiten. "Von dieser ausgehend wird dann runtersubventioniert." Die Differenz trägt die öffentliche Hand.
Weniger als 12 Euro Zielmiete seien nicht möglich, betonte der WBG-Geschäftsführer. Denn: "Die Bau- und Grundstückskosten sind ganz erheblich gestiegen." Die drei Stufen des EoF-Fördermodells lobten alle Stadtvertreter. "Die EoF-Wohnungen sind mit klassischen Sozialwohnungen nicht mehr vergleichbar", sagte Kiefer. "Die Bau- und Grundstückskosten sind ganz erheblich gestiegen."

Von Janina Funk



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Veröffentlicht am 09.10.2019 11:36 Uhr




 

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