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Der Countdown läuft

Mickhausen - Rund 20 000 Besucher werden voraussichtlich am Samstag und Sonntag, 5. und 6. Oktober, dieses Jahr eine Neuauflage des Bergrennens in Mickhausen erleben. "Da die Organisation des Rennens sehr umfangreich ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, mussten wir 2018 pausieren", so der Vorsitzende des Automobil Sport Club (ASC) Bobingen, Michael Kanth. "Die Personen vom bewährten Orga-Team haben berufliche Verpflichtungen und die Brötchen müssen zuerst verdient werden. Klar, wir hätten schon irgendetwas hin schustern können. Wir haben uns aber lieber für eine Pause entschieden, um dann wieder ordentlich durchzustarten."


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Elektroautos werden diesmal ebenfalls an den Start gehen. Reinhold Haupt mit der Startnummer 929 tritt in der E-Mobil-Berg-Cup Klasse E2 mit einem Kyburz e-rod an. Foto: Reinhold Haupt / ASC-Bobingen


Mickhausen - Rund 20 000 Besucher werden voraussichtlich am Samstag und Sonntag, 5. und 6. Oktober, dieses Jahr eine Neuauflage des Bergrennens in Mickhausen erleben. "Da die Organisation des Rennens sehr umfangreich ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, mussten wir 2018 pausieren", so der Vorsitzende des Automobil Sport Club (ASC) Bobingen, Michael Kanth. "Die Personen vom bewährten Orga-Team haben berufliche Verpflichtungen und die Brötchen müssen zuerst verdient werden. Klar, wir hätten schon irgendetwas hin schustern können. Wir haben uns aber lieber für eine Pause entschieden, um dann wieder ordentlich durchzustarten."
Am Freitag und Samstag, 4. und 5. Oktober, kümmern sich 20 Personen um den Streckenaufbau. 2,2 Kilometer werden zur Rennstrecke umfunktioniert. Sogar die Reifenstapel müssen streng nach Vorschrift hergerichtet werden. Anschließend erfolgt eine Streckenabnahme vom DMSB (Deutscher Motor Sport Bund). Hier wird genau geprüft, ob alle Vorschriften eingehalten wurden, ob noch nachgebessert werden muss. "Wenn es ganz schlimm ist, hat der DMSB das Recht, die Strecke zu sperren. Aber keine Angst, wir wissen, was auf uns zukommt. Wir machen das ja schon seit 2001", fügt Kanth hinzu.
Da der Verein heuer zum ersten Mal den Festzeltbetrieb selbst in die Hand nimmt, ist er dankbar, dass andere Vereine sich zum Helfen angeboten haben. "Bei 170 Mitgliedern, die unser Verein zählt, wäre das alles alleine nicht machbar. Sogar Helfer aus Österreich haben sich angeboten", erläutert der Vorsitzende.
Die Zuschauer können sich über eine größere Videowand mit höherer Bildqualität freuen. Dafür entfällt die Tribüne - die Kosten hierfür sind zu hoch. Ebenfalls neu: Elektroautos feiern Premiere. Bei diesem Rennen zählt nicht die Schnelligkeit, sondern die Gleichmäßigkeit, mit der gefahren wird. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt hier 80 Stundenkilometer. Bei einer 2,2 Kilometer langen Rennstrecke und gleichmäßiger Fahrt heißt das, mit 1,39 Minuten durch das Ziel zu fahren. Derjenige, der dieses Fingerspitzengefühl besitzt, hat gewonnen und ist Sieger. Die E-Autos haben die Startnummern ab 900 aufwärts.
Während der Veranstaltung finden weitere Wettbewerbe statt: die Deutsche Automobil-Berg-Meisterschaft 2019, der DMSB-Automobil-Berg-Cup 2019, der KW-Berg-Cup, der KW Berg-Cup National, der NSU-Bergpokal im KW-Berg-Cup und die Luxemburger Automobil Berg Meisterschaft. Der KW Berg Cup wird international ausgetragen, die anderen Wettbewerbe national. Für die Wertung bei diesen Rennen werden die Zeiten aller drei Rennläufe eines Fahrers addiert. Für die Luxemburger Bergmeisterschaft wird nur der beste Rennlauf herangezogen.
Dass das Rennen bei den Teams in der Beliebtheitsskala ganz weit oben steht und international einen hervorragenden Ruf genießt, steht außer Frage. "Sogar aus der Schweiz und Slowenien haben sich Teilnehmer angemeldet, obwohl es ihnen keine Punkte bringt. Einfach aus Spaß an der Freude! Wir genießen im Ausland einen sehr hohen Stellenwert!", berichtet Kanth stolz.
Bevor es am Samstag zum Start geht, müssen die Fahrer zu einer Fahrerbesprechung ins Festzelt. "Es ist ein sogenanntes Briefing. Hier werden wichtige Verhaltensregeln erläutert, bei eventuell auftretenden Problemen." Als Beispiel nennt Kanth einen Ölunfall. "Das ist etwas, was schnell mal bei einem Motorschaden auftritt. Es würde den ganzen Zeitplan durcheinander bringen. Bis die Spuren beseitigt sind, vergeht eine gute Stunde." Auch legt er Wert darauf, dieses Briefing den Fahrern mündlich zu überbringen. "Jeder muss anwesend sein, sonst darf er nicht mitfahren. Dieses Briefing dient zur Sicherheit eines jeden. Wenn es nur ein Schriftstück gäbe, kann ich nicht gewährleisten, dass es auch wirklich gelesen wird", erklärt Kanth. Weiterhin muss jeder Fahrer eine Grundausrüstung tragen, wie Helm, Rennanzug und feuerfeste Unterwäsche.
Die Teilnehmerzahl ist auf 170 Fahrzeuge begrenzt. "Dies ist der Gerechtigkeit und den gleichbleibenden Bedingungen geschuldet", erklärt Kanth. "Sie haben einigermaßen gleiche Straßenverhältnisse und Lichteinflüsse von 8.30 bis 17 Uhr. Danach wird es dunkel. Wir gehen davon aus, dass eine Fahrt circa eine Minute dauern wird. Bei drei Läufen für jeden Fahrer dürfen das dann nicht mehr als 170 Teilnehmer sein."
Die Fahrzeuge werden gemäß gültiger DMSB-Streckenlizenz in Abständen von 30 Sekunden gestartet. Nach dem Rennen müssen die Fahrer ihre Fahrzeuge für circa 30 Minuten nach Aushang des Klassenergebnisses im sogenannten Parc Fermé abstellen. Dieser Platz befindet sich im Ziel vor Birkach und in Münster. Für eventuelle Nachuntersuchungen müssen sie dort für diese Zeitspanne zur Verfügung stehen.
Eine weitere Neuigkeit für die Zuschauer: Armin Schwarz wird das sogenannte Race-Taxi fahren. Er ist mehrfacher deutscher Rallyemeister und hat 1996 sogar die Europameisterschaft gewonnen. "Die Fahrten sind zwar schon so gut wie ausgebucht, aber ein oder zwei wären noch offen", verrät Michael Kanth.
Einen Tipp möchte der Vorsitzende allen Zuschauern noch geben: "Bitte achtet nicht so auf die Wetter-Apps. Das war 2017 so schade, weil die Apps falsche Aussagen getroffen hatten. Der Regenschauer hielt nur kurz an, aber so viele Zuschauer haben sich aufgrund der Apps abschrecken lassen. Wir sind auf alle Wetterverhältnisse vorbereitet. Unsere aktuelle Wettervorhersage ist auf unserer Facebookseite eingerichtet. Einfach kommen."
Auf die Frage, wer dieses Mal Gewinnchancen haben könnte, antwortet er: "Letztes Mal gewann Marcel Steiner aus der Schweiz. Aber ich kann mir vorstellen, dass auch ein Eric Berguerand (Schweiz) sehr stark sein wird."
Die Veranstaltung beginnt am Freitag um 12 Uhr mit der Ankunft der Fahrer. Am Samstag finden ab 9 Uhr drei Trainingsläufe statt, abends werden die Fahrer dann im Festzelt präsentiert. Am Sonntag beginnt das Rennen um 8.30 Uhr. Drei Läufe sind geplant. Die Siegerehrung findet unmittelbar nach dem letzten Rennlauf gegen 17 Uhr im Festzelt statt. Einlass ist zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn. Karten gibt es im Bergrennen Onlineshop auf ticket.bergrennen-mickhausen.com, bei McDonalds in Königsbrunn, Schwabmünchen und Mering und an der Tageskasse. 2,2 Kilometer lange Rennstrecke

Von Nicole Fischer



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Veröffentlicht am 01.10.2019 23:00 Uhr




 

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