Augsburg    

Eintauchen und entdecken

Augsburg - Es läuft in Augsburg, könnte man sagen. Die Stadt ist stolz, dass sie sich nun in die illustre Reihe der Orte einreihen darf, die etwas zu bieten haben, was die Unesco als "Welterbe" einstuft. Welterbestätten sind herausragende Zeugnisse der Menschheits- und Naturgeschichte. In Bayern gibt es jetzt acht davon. Augsburgs Wassermanagement gehört seit zwei Wochen dazu.

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Mit dem Augsburger Wasserglanz hat Augsburg am Samstag die Auszeichnung als Unesco-Welterbe-Stadt gefeiert. Dabei wurde den Bürgern ein Programm offeriert, das so umfangreich war, dass an dem einen Nachmittag und Abend nicht alles, was geboten wurde, wahrgenommen werden konnte. Ein weiteres Fest soll im Herbst folgen, bei der offiziellen Ernennung.
Überall in der Stadt machten Führungen, Konzerte und Aktionen die Wasser-Orte erlebbar: Kanäle, Kraftwerke, Denkmäler und Brunnen. Mit einer besonderen Illumination wurde der Perlachturm zur blauen Stunde gegen 22 Uhr in Szene gesetzt.
Augsburgs Wassermanagement-System ist lückenlos über acht Jahrhunderte hinweg dokumentiert. So kann man erleben, wie es sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Es umfasst mit zehn Wasserkraftwerken, vier Trinkwasserwerken, drei Prachtbrunnen, dem Galgenablass, dem Hochablass, dem Eiskanal, den Lechkanälen und der Stadtmetzg insgesamt 22 Stationen.
Acht Jahre dauerte die Bewerbung um den Welterbetitel, und je weiter die Augsburger kamen, desto ernsthafter wurde die Sache, für die einst Martin Kluger die Idee hatte. Daran erinnerten bei einem Festakt im Rathaus Oberbürgermeister Kurt Gribl, Kulturreferent Thomas Weitzel und Ministerialdirektor Rolf-Dieter Jungk, der Minister Bernd Siebler (Wissenschaft und Kunst) vertrat. Kluger ist Autor und Experte, was die Geschichte der Augsburger Wasserversorgung angeht.
Ohne Wasser wäre Augsburg nie zu solchem Wohlstand gekommen. Die Römer gründeten Augusta Vindelicorum 15 vor Christus zwischen Wertach und Lech; auch sie erkannten die strategisch gute Lage. Zu Augsburgs Blütezeit im Mittelalter trugen maßgeblich die Weber bei; die Zunft ist aufs Wasser angewiesen. Das Wasser zieht sich als "DNA der Stadt", wie Gribl formulierte, durch die Jahrhunderte. Im Mittelalter wurden einfallsreiche Umleitungen gelegt, im Zeitalter der Industrialisierung diente Wasser der Stromgewinnung, es prägte den Sport (Kanu) und heute profitieren die Bürger vom hervorragenden Trinkwasser.
Nun gelte es, den Titel Welterbe zu pflegen mit immer neuen Projekten. Doch die werde es sicher geben, meinte Jungk, angesichts der Kreativität der Augsburger, die einmal mehr die Bewerbung bescheinigt habe, sei ihm da nicht bange. Weitere Bilder in der Galerie.
Von Monika Grunert Glas
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Veröffentlicht am 23.07.2019 12:30 Uhr




 

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