Augsburg    

Der Fahrrad-Monat hat begonnen

Augsburg - Der Juli ist in Augsburg ein Fahrrad-Monat. Begonnen hat dieser gleich thematisch passend am 1. Juli: Da startete nämlich die städtische Lastenradförderung. Bereits drei Tage später stellte Umweltreferat Reiner Erben gestern auf einer Pressekonferenz fest: Das Programm ist ein voller Erfolg. Weitere Aktionen drehen sich in diesem Monat ums Radfahren: Am 6. Juli beginnt die zweite Augsburger Radlwoche mit über 30 Programmpunkten. Höhepunkt ist die Radlnacht am Samstag, 13. Juli. Gleichzeitig mit der Radlwoche beginnt auch die internationale Kampagne "Stadtradeln". Und eine neue Plakat-Kampagne soll für mehr Rücksicht im Straßenverkehr sorgen.


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Im vergangenen Jahr musste die Radlnacht im Herbst stattfinden. Heuer wird es beim Start wohl wieder heller. Foto: Laura Türk


All diese Aktionen sollen vor allem die Attraktivität des Fahrrads als Fortbewegungsmittel verdeutlichen und dafür sorgen, dass mehr Augsburger das Rad auch für alltägliche Fahrten für sich entdecken. Deshalb gibt es zum Beispiel die Lastenradförderung. Die Transporträder können nicht nur zum Einkaufen genutzt werden, sondern teilweise auch mehrere Beifahrer transportieren. "Lastenräder sind häufig im Familieneinsatz", erklärt Sven Külpmann, der in der Aktionswoche das "Fylying Elephant" Lastenrad-Rennen veranstaltet. Am Samstag, 6. Juli, findet eine Familienstaffel statt - "das stellt den täglichen Einsatz nach, nur mit noch mehr Spaß", außerdem auch ein Rennen mit Hunden und die "CarryShitOlympics", bei denen so viel wie möglich mit dem Lastenrad transportiert werden muss.
Durch die Förderung der Lastenräder sollen mehr Augsburger überzeugt werden, öfter mal das Auto stehen zu lassen. 25 Prozent der Anschaffungskosten können erstattet werden. Insgesamt 100 000 Euro stehen zur Verfügung, die höchstmögliche Fördersumme beträgt 1000 Euro. In den ersten beiden Tagen gingen bereits 172 Förderanträge bei der Stadt ein. Nun müsse geprüft werden, ob alle Anträge gültig sind, doch: "Ich geh' jetzt mal davon aus, dass die Fördergelder relativ schnell weg sind", so Reiner Erben. "Es läuft sehr gut."
Leute, die in Augsburg leben, arbeiten, oder dort eine Schule besuchen und die schon jetzt regelmäßig mit dem Rad fahren oder damit beginnen möchten, können sich online unter augsburg.de/stadtradeln zum Stadtradeln anmelden. An der internationalen Kampagne nehmen inzwischen jährlich mehr als 1000 Kommunen teil. Augsburg beteiligt sich seit 2010. Vom 6. bis 26. Juli können dieses Jahr in Teams Kilometer gesammelt werden, die fleißigsten Radler werden im Herbst ausgezeichnet. Seit 2010 wurden während der Aktion laut Stadt vier Millionen Kilometer geradelt und damit 500 Tonnen CO2 eingespart. Sinn der Aktion sei es, "sichtbar zu machen, was das Fahrrad für ein Potential hat", erklärt der Augsburger Fahrradbeauftragte Jànos Korda. "Das ist auch ein Zeichen an die Politik: Es lohnt sich, in den Radverkehr zu investieren."
Ein Höhepunkt des Aktionsmonats wird schließlich die vierte Auflage der Radlnacht am 13. Juli sein. Nachdem sie wegen Terminüberschneidungen im vergangenen Jahr im September stattfinden musste, hofft Korda heuer wieder auf "einen lauen, trockenen Sommerabend". 5000 Radfahrer gingen 2018 an den Start, im Jahr zuvor waren es rund 1000 mehr. Sollte das Wetter mitspielen, werden wieder ähnliche Teilnehmerzahlen erwartet.
Der Korso startet wie gewohnt um 21 Uhr in der Maximilianstraße und führt diesmal in den Nordosten der Stadt nach Lechhausen. "Wir versuchen, die Einschränkungen für den Straßenverkehr so gering wie möglich zu halten", verspricht Korda. So kann die Linie 1 wie gewohnt nach Lechhausen fahren. Anwohner werden gesondert über Einschränkungen informiert. "Geh' davon aus, dass die Fördergelder relativ schnell weg sind."

Von Laura Türk


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Veröffentlicht am 08.10.2019 03:33 Uhr




 

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