Augsburg    

Ein fürnehmer Markt

Augsburg - Für manche sind es Kindheitserinnerungen und tolle Leckereien: Lakritze. Wer außergewöhnliche Varianten davon einmal kennenlernen möchte, der wird auf der Osterdult fündig. Zudem gibt es auf Augsburgs längster "Freilufteinkaufsmeile" ein umfangreiches Angebot vom Pinsel bis zum Topf. Neu sind heuer einige Sonderveranstaltungen am Vogeltor, wie etwa ein Wasserbulli der Stadtwerke und Infoforen der Aktionsgemeinschaft Tierrechte.


Die Dult ist der älteste Jahrmarkt der Fuggerstadt. Erstmals erwähnt wurde sie im Jahr 967 als "Fürnehmer Markt". Es gibt sogar eine kaiserliche Urkunde aus dem elften Jahrhundert. 1276 fand die Dult Eingang ins Stadtrechtsbuch. Neben einem Wochenmarkt am Freitag wurden damals noch zwei Jahrmärkte abgehalten. Der erste nach Ostern, der andere ab dem Michaelstag. Beide Märkte fanden damals in der Maximilianstraße statt.
Vor 136 Jahren dann zog die Dult um in die Jakobervorstadt. Seit 1939 werden die Stände zwischen Vogel- und Jakobertor aufgebaut.
Am Samstag, 20. April, wird um 10.30 Uhr die Osterdult, die heuer aufgrund der Nähe zum Namenstag des heiligen Georg auch Georgidult genannt wird, am Vogeltor eröffnet. Oberbürgermeister Kurt Gribl begibt sich anschließend auf einen Rundgang. Bis 5. Mai kann man dann täglich zwischen 10 und 19 Uhr bummeln.
Das Amt für Verbraucherschutz und Marktwesen als Veranstalter hat heuer 115 Markthändler zugelassen. Viele von ihnen kommen schon seit 30 Jahren und länger. Da es 158 Bewerbungen gab, mussten 43 Absagen erteilt werden.
Die Dult ist mit über einem Kilometer Länge die längste Freiluftkaufstraße in Augsburg. Da sie traditionell sehr viele Besucher anlockt, wird ihr große wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt beigemessen. Das Sortiment der feilgebotenen Waren reicht von Textilien über Strumpfwaren, ätherische Öle und Düfte, Hüte, Mützen, Schafwollartikel, farbige Schleifenbänder, Stahlwaren, Messerschärfen am Stand, Holzartikel, Bücher, Bürsten, Pinsel, Besen, Korbwaren, Pfannen und Töpfe, Tee und Kräuter bis hin zu Kunstgewerbe, Geschirr, Naturheilmittel, Gemüsehobel, Sanitärneuheiten, Bunzlauer Keramik, Staubsaugerzubehör, Autopflegemitteln, Kerzen, Grußkarten, Spielwaren und Schmankerln. Natürlich darf der legendäre "Billige Jakob" nicht fehlen, er hat aber einen neuen Standplatz bekommen an der Ecke Vogelmauer/Auf dem Plätzchen.
Neu entdecken kann man in diesem Frühjahr Teller, Schüsseln und Schalen aus Bambus, Steinteppiche, ausgefallene Öle, Brandmalerei, Produkte aus Olivenholz und Hanf, Brotaufstriche und Raum- sowie Autodüfte.
Kinder können sich auf ein Karussell gegenüber der Seitenstraße Auf dem Plätzchen freuen. Im Schulhof der Elias-Holl-Volksschule wird ein barrierefreier Toilettencontainer aufgestellt, eine weitere Sanitäranlage gibt es am Vogeltor.

Von Monika Grunert Glas


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Veröffentlicht am 23.04.2019 23:00 Uhr




 

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