Altomünster    

CO2-Ampel für alle Räume

Altomünster - Dass der Schulunterricht in den kommenden Wochen und Monaten aufrecht erhalten werden soll, darüber sind sich alle Seiten einig, Politik, Lehrer, Schüler, Eltern. Auch in Altomünster, das wurde am Dienstagabend beim Treffen des Schulverbands der Grund- und Mittelschule Altomünster/Hilgertshausen-Tandern klar.


Kohlendioxidampeln für den Schulverband
pixabay, Gerd Altmann

Ein wichtiger Baustein ist das Lüften, Stoßlüften um genau zu sein. "Das bringt mehr als die ganze Zeit die Fenster gekippt zu haben", erläuterte Altomünsters Bürgermeister Michael Reiter (FWG), ein Bauexperte und geprüfter Energie-Sachverständiger. Allerdings dürfe nicht in die Gänge hinein gelüftet werden, so Reiter: Denn auf diese Weise könnte sich die Aerosol-Konzentration in den Gängen erhöhen, zitierte er eine Studie.
Aerosole sind kleine Luft-Atem-Teilchen, die Viren über relativ weite Strecken transportieren können, wie Forscher im vergangenen Frühjahr herausgefunden haben. Der Rathauschef empfahl "Querlüften" und erläuterte die Handhabung: "Bei geschlossener Klassenzimmertür müssen zwei weit entfernte Fenster geöffnet werden", erläuterte der Rathauschef. Er sorgte damit für ein Aha-Erlebnis bei einigen Anwesenden. Etwa bei der Konrektorin Susanne Tausche: "Das wussten wir nicht. Wir dachten, damit sei ein Durchzug zwischen Fenster und Tür gemeint."
Nachdem das "Wie" des Lüftens geklärt war, ging es um die technischen Möglichkeiten, die Luftqualität zu verbessern. Reiter und sein Amtsleiter Christian Richter hatten sich dazu mit den Vor- und Nachteilen von sogenannten "CO2-Sensoren" und von Luftreinigungsgeräten auseinandergesetzt.
Ihr Urteil fiel eindeutig aus: Die Kohlendioxid-Anzeiger sind besser. Reiter erläuterte: "Die CO2-Messgeräte unterstützen das Lüften und das ist sowieso die beste Methode." Die Luftreiniger seien hingegen umstritten, so Reiter: "Sie säubern zwar die Luft, ersetzen sie aber nicht." Zudem sorgen sie für Verwirbelungen, da sie mit Ventilatoren Luft ansaugen und wieder ausstoßen. Nicht zuletzt seien sie deutlich teurer als CO2-Anzeiger. Deren einzige Aufgabe ist es, den Lehrkräften mitzuteilen, wann der Kohlendioxid-Anteil in der Luft derart hoch ist, dass Lüften angesagt ist. Viele Geräte zeigen dazu den aktuellen Wert alphanumerisch an, Richter hingegen präferiert eine Ampelausführung. "Da sieht man auf einen Blick, wann es Zeit ist, die Fenster zu öffnen." Reiter ergänzte: "Das ist eine Anschaffung, die auch noch nach Corona sinnvoll genutzt werden kann!"

Von Horst Kramer



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Veröffentlicht am 19.11.2020 15:59 Uhr