Altomünster    

Heimisches Superfood

Haimhausen - Immer nur Reis, Nudeln und Kartoffeln als Beilage? Morgens immer das gleiche Müsli? Auf der Suche nach mehr Abwechslung haben sich in den vergangenen Jahren eine Reihe von sogenannten Superfoods auf unsere Teller geschlichen. Für umweltbewusste Esser ein Problem: Die gesunden Sattmacher haben oft einen weiten Weg bis nach Deutschland hinter sich. Bei Quinoa wenigstens muss man sich darüber keine Gedanken mehr machen - das gibt es nämlich auch aus dem Dachauer Land. Andreas und Thomas Knab aus Haimhausen haben sich an das Pseudogetreide getraut.

2017 haben die Brüder den landwirtschaftlichen Betrieb praktisch übernommen von ihrem Vater Robert, der sie immer noch in Teilen unterstützt. Auf dem Obsthof Knab wurden zuvor unter anderem Kirschen angebaut und Kürbisse, die hier immer noch geerntet werden. Seit heuer gibt es dort auch Erdbeeren.
Und seit 2017 Quinoa. Damals nämlich beschloss Andreas Knab, sich in seiner Meisterarbeit an der Landwirtschaftsschule Triesdorf dem bisher hierzulande noch seltenen Anbau zu widmen. So ein Meisterversuch sei ja dazu da, "was Neues auszuprobieren", erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung.
Bei der Meisterarbeit blieb es nicht - aus einigen Gründen: Bekannte Supermarkt-Ketten wurden aufmerksam, man konnte die Produkte vertreiben. Und: "Es passt gut ins Betriebskonzept", sagt der 24-Jährige. Steht wie bei Knabs nicht so viel Fläche zur Verfügung, bieten sich Sonderkulturen an. Zudem sei "Superfood aus der Region" auch im Sinne der Nachhaltigkeit interessant: "Unser Ziel ist es, ein nachhaltig und regional angebautes Produkt herzustellen, welches nicht um die halbe Welt transportiert werden muss, wenn es auch hier wächst", erklären die Brüder auf der Homepage ihres Betriebs.

Bei seinem Meisterversuch erntete Andreas Knab schließlich rund eine Tonne Quinoa. Ein Erfolg, auch heute noch ist der Ertrag in etwa so hoch - die Menge sei allerdings unterschiedlich, erläutert der Landwirt, sie hänge stark von den Rahmenbedingungen ab.
Insgesamt bauen Andreas und Thomas Knab in den Landkreisen Dachau, München und Freising auf rund 35 Hektar Quinoa an. Vor ein paar Tagen haben sie für heuer das letzte Mal geerntet.
Vom Obsthof Knab gibt es Quinoa als Flocken, die man für Müsli, Porridge oder auch zur Zubereitung einer Panade verwenden kann, als Pops, die ebenfalls gut ins Müsli, den Joghurt oder in Obstsalate passen, aber auch Gemüsegerichte komplettieren und genascht werden können, und in Kornform, als Beilage oder Alternative zu Reisgerichten. Außerdem bieten Andreas und Thomas Knab Mehl aus der Haimhausener Quinoa an. Es besitzt kein Klebereiweiß, auch bekannt als Gluten. Allerdings hat es keine Eigenbackfähigkeit - kann jedoch bis zu 25 Prozent mit anderen Mehlsorten kombiniert werden und so für Abwechslung beim Backen sorgen.
Zudem können Landwirte Quinoa-Saatgut bei den Knabs bestellen. Die anschließende Reinigung und Aufbereitung übernehmen die Haimhausener auf Wunsch.

Erhältlich sind die Quinoa-Produkte vom Obsthof Knab im Bauernmarkt in Dasing sowie in vielen Rewe- und Edeka-Filialen, zudem können sie online bestellt (obsthof-knab.de) oder an den Verkaufsautomaten in Haimhausen an der Amperpettenbacherstraße und an der B 13 am Maisteiger Berg erworben werden. Es begann mit einem Meisterversuch

Von Nayra Weber



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Veröffentlicht am 26.10.2020 16:56 Uhr