Altomünster    

Anton Kreitmair ist tot

Kleinberghofen - In der Nacht zum Samstag ist Anton Kreitmair gestorben. Er verlor im Alter von 57 Jahren seinen langen Kampf gegen seine Krankheit. Kreitmair war von 2013 bis 2018 Landtagsabgeordneter, Kreisrat für den Landkreis Dachau, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands Oberbayern und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands Dachau.


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Anton Kreitmair starb in der Nacht zum Samstag.


Anton Kreitmair, ein gebürtiger Altomünsterer, den viele seiner Weggefährten schlicht "Toni" nannten, arbeitete sich sukzessive nach oben. Er besuchte von 1969 bis 1978 die Hauptschule und erwarb über einen Fachschullehrgang die Mittlere Reife. Er absolvierte die Ausbildung zum Landwirt in Dachau. Nach Ableistung des Pflichtwehrdienstes bei der Bundeswehr schloss er 1987 bis 1988 die Höhere Landbauschule in Landsberg am Lech ab. Er bewirtschaftete einen Bauernhof in Kleinberghofen.
Der Verstorbene war ab 1991 Ortsobmann im Bauernverband. Seine politische Karriere, die steil verlaufen sollte, begann er 1996 als Gemeinderat in Erdweg. 2004 wurde er Kreisobmann im Kreisverband Dachau des Bayerischen Bauernverbands, 2012 Bezirkspräsident für Oberbayern und damit Ansprechpartner und Repräsentant von 32 000 Bauernfamilien. Ab 2002 gehörte Toni Kreitmair zum Dachauer Kreistag. 2007 trat er in die CSU ein. 2013 gelang ihm über die Liste der Sprung in den Landtag. Dort wirkte er im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz.
Die CSU schätzte ihn in seiner Doppelfunktion als Bauernverbandspräsident und Landtagsabgeordneter sehr. Im Frühjahr 2018 gab er bekannt, dass er im Oktober zu den Wahlen nicht mehr antreten werde. Wochenlang hatte ihn zuvor unter anderem Parteikollege Bernhard Seidenath bekniet, diese Entscheidung zu überdenken. Doch Kreitmair schwankte zwar, blieb dann aber doch standhaft. Zu groß erschien ihm die Doppelbelastung. Manchmal, sagte er damals, sei er 15 Stunden am Tag quer durch Oberbayern unterwegs. Und seinen Hof hatte er ja schließlich auch noch.
Im Landtag zeichnete Anton Kreitmair sich als geschickter Netzwerker aus, der einen großen Rückhalt in der Bevölkerung hatte. Er galt als Politiker, der zu seiner eigenen Meinung stand und auch mal gegen die Fraktion stimmte - er stellte sich zum Beispiel gegen den Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen und votierte gegen Seehofers 10-H-Regelung bei der Windkraft. Selbst betrieb er eine Photovoltaikanlage.
Bernd Seidenath, Landtagsabgeordneter der CSU Dachau, schreibt zum Tod seines Kollegen: "Die Welt steht heute still im Landkreis Dachau: Toni Kreitmair hat den langen Kampf gegen seine Krankheit verloren. Ich bin geschockt und traurig. Mit Toni verlieren wir einen wundervollen Menschen, der nie sich selbst, sondern stets die Sache in den Mittelpunkt gestellt hat: die Anliegen der Landwirte, für die er gelebt und gestritten hat wie kein anderer, aber auch der Schwächeren in unserer Gesellschaft. Dies belegen die Sozialwohnungen, die er in Erdweg errichtet hat, oder auch sein Engagement für die Ärmsten der Armen in Burkina Faso. Er war hilfsbereit, hatte stets ein offenes Ohr und hat sofort den Draht zu den Menschen gefunden. Und man konnte sich auf ihn verlassen, ohne Wenn und Aber. Es schmerzt unheimlich, dass er nicht mehr unter uns ist." Landrat Stefan Löwl würdigt Kreitmair als Fachmann mit Weitblick, der nicht nur im Kreistag wichtige Impulse gesetzt habe und stets die Interessen aller Bürger, nicht nur der Landwirte, vertreten habe.
Anton Kreitmair hinterlässt eine Frau und drei Kinder. mg/fh



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Veröffentlicht am 13.09.2020 10:56 Uhr



 
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