Altomünster    

Kirchenbau in schwerer Zeit: Chronik von Hohenzell

Hohenzell - Es ist inzwischen bereits mehrjährige Tradition, dass Stefan Schleipfer und Michael Heitmeir zu einem Geschichtsabend in das Gasthaus Kramerwirt in Hohenzell einladen, wo sie über ihre neuesten Forschungsergebnisse zur Geschichte der ehemaligen Gemeinde Hohenzell berichten. Nun fand wieder ein Geschichtsabend statt, schon der zweite in diesem Jahr. Dafür gab es einen besonderen Grund: eine Buchvorstellung, genauer die Edition der Chronik der Pfarrgemeinde Hohenzell 1926-1933 des damaligen Pfarrers Georg Marz.


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Bei der Buchvorstellung "Chronik der Pfarrgemeinde 1926-1933" in Hohenzell beim Kramerwirt haben Hauptinitiator Stefan Schleipfer (rechts) und Michael Heitmeir (links) das erste Exemplar an Pfarrer Eberhard Weigel überreicht. Die ersten 50 Bücher waren bei der großen Anzahl von Besuchern in wenigen Minuten vergriffen gewesen so dass eine weitere Nachbestellung gleich in Auftrag gegeben wurde. Foto: Peter Haug


Im Februar 1926 kam mit Georg Marz ein junger Pfarrer nach Hohenzell. Auf ihn wartete eine große Aufgabe: der Neubau der Kirche, da sich die alte Kirche in schlechtem baulichen Zustand befand und für die Pfarrgemeinde zu klein geworden war. Das bereits vom Vorgänger angesparte Geld hatte die Inflation 1923 aufgefressen, und so musste er ohne Geld anfangen.
Mit seiner freundlichen und gewinnenden Art erreichte er die Unterstützung der ganzen Pfarrgemeinde. Durch deren unentgeltliche Mitarbeit, viele kleine und einige große Spenden und die Aufnahme eines Kredits war es möglich, innerhalb von drei Jahren das Kirchenschiff neu aufzubauen, den Kirchturm neu zu errichten und mit neuen Glocken zu versehen und den Innenraum neu zu gestalten, mit renovierten Altären, einem Deckengemälde, einer neuen Kanzel und neuen Kirchenstühlen.
Pfarrer Marz besaß bereits einen Fotoapparat. Im Pfarrhaus richtete er sich ein Fotolabor ein, wo er die Filme entwickelte und Abzüge erstellte, von denen sich noch einige in der Pfarrgemeinde erhalten haben. Sein großes Werk, den Kirchenbau, dokumentierte er in einer handgeschriebenen Chronik und stattete sie mit Fotos, Zeitungsausschnitten und Texten aus.
Er fotografierte auch einzelne Häuser und Familien in Hohenzell und den zur Pfarrei gehörenden Ortschaften und Weilern und hielt kirchliche und weltliche Ereignisse in seiner Chronik fest, wie zum Beispiel Brände oder die Elektrifizierung 1929.
Diese Chronik war jahrelang verschollen, tauchte jetzt aber wieder auf und wurde beim heute für Hohenzell zuständigen Pfarrer von Adelzhausen, Eberhardt Weigel, abgegeben.
Mit seiner Erlaubnis erstellten Stefan Schleipfer und Michael Heitmeir eine Edition dieser Chronik, die bei der Veranstaltung in Hohenzell vorgestellt wurde. Bei dieser Gelegenheit erhielt Pfarrer Weigel das erste Exemplar von den beiden Herausgebern überreicht.
In einem zweiten Vortrag berichtete Stefan Schleipfer über acht Männer aus der Altgemeinde Hohenzell, die in den vergangenen 500 Jahren Priester wurden. Die Veranstaltung war mit über 50 Teilnehmern, darunter auch der Altomünsterer Bürgermeister Anton Kerle, sehr gut besucht und stieß bei ihnen auf gute Resonanz. Die vorhandenen Exemplare reichten nicht aus, um alle Kaufwünsche zu erfüllen, so dass bereits ein Nachdruck erforderlich wurde.

Das Buch mit dem Titel "Chronik der Pfarrgemeinde Hohenzell 1926-1933" kann über den Buchhandel für zwölf Euro bestellt werden. Kontakt zu den Herausgebern über Geschichte-Hohenzell@t-online.de. ph



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Veröffentlicht am 02.12.2019 23:01 Uhr




 

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