Altomünster    

Karlsfelder See: FKK wird es nicht geben

Dachau - Der Karlsfelder See ist das größte Naherholungsgebiet im Landkreis Dachau. Jüngst gab es jedoch Beschwerden der Badegäste: Gänsekot auf den Liegeflächen, Wildgriller, Wildparker, lauter Musik, Oben-Ohne-Verbot (wir berichteten). Nach Ablauf der Pfingstferien hat die Verwaltung des Landkreises die aktuelle Situation am See überprüft und gab nun bei der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses einen ausführlichen Überblick über getroffene Verbesserungen. Dabei hat sich der Kreisausschuss darauf geeinigt, den Verlauf der diesjährigen Badesaison im Herbst zu analysieren und im Frühjahr 2020 im Kreisausschuss darüber zu berichten sowie entsprechende Vorschläge zur weiteren Optimierung der Badesaison oder Anpassung der Satzung zu unterbreiten.

Einig waren sich die Kreisausschussmitglieder darüber, dass dieses Erholungsgebiet weiterhin für die Gäste attraktiv bleiben soll. Landrat Stefan Löwl erklärte angesichts der aktuellen Diskussion, er halte er es für geboten, dass sich der Kreisausschuss damit vor der Sommerpause nochmals befasst. Sachgebietsleiter Jörg Bögeholz vom Landratsamt erläuterte den aktuellen Sachstand: Hinsichtlich des Gänsekotes auf den Liegewiesen berichtete er, dass die Wiesen bisher einmal wöchentlich mittels eines Mähsaugers gereinigt wurden, womit gute Ergebnisse erreicht wurden. Allerdings haben die Beschwerden einiger Gäste zugenommen, so dass man sich entschloss, die Reinigungsmaßnahmen auf zweimal wöchentlich auszuweiten. Bei einem Ortstermin Ende Mai wurden keine nennenswerten Kotansammlungen mehr festgestellt.
Die aktuell monatlich stattfindenden Messungen des Gesundheitsamtes attestierten dem Karlsfelder See eine ausgezeichnete Wasserqualität, die gemessenen Werte liegen dabei deutlich unter den Grenzwerten.
Auch wurden die Einsatzzeiten des Ordnungsdienstes aufgrund einer Evaluation des Besucheraufkommens von bisher 11 bis 18 Uhr auf 11 bis 20 Uhr ausgeweitet. Der Einsatz des Ordnungspersonals wird durch ein Schichtsystem an den Besucherandrang angepasst, um unnötige Mehrkosten zu vermeiden. Zudem wurde der Ordnungsdienst mit neuen, nur für den Karlsfelder See beschafften T-Shirts und Identifikationkarten, die ihn ausweisen und die Befugnisse erläutern, ausgerüstet. Im vergangenen Jahr hatte es nämlich mehrere Vorfälle mit falschen Sicherheitsleuten gegeben.
Zur öffentlich diskutierten Oben-Ohne-Thematik wurde erklärt, dass der Ordnungsdienst dazu angewiesen sei, ausschließlich passiv - also nur bei Beschwerden von Badegästen - im Hinblick auf das Thema Sittlichkeit zu reagieren. "Oben ohne" ist im Gegensatz zu FKK nicht grundsätzlich verboten. Wenn jedoch weitere Faktoren hinzukommen - wie etwa Zur-Schaustellung für Bildaufnahmen oder gar die Vornahme sexueller Handlungen - soll der Sicherheitsdienst auf den Charakter des Karlsfelder Sees als öffentliches Naherholungs- und Freizeitgelände und die Anwesenheit von Kindern und Familien hinweisen.
Einen FKK-Bereich wird es nicht geben, ebenso keinen Hundestrand, der ebenfalls schon mehrfach gefordert wurde.

Von Franz Hofner


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Veröffentlicht am 05.11.2019 22:00 Uhr




 

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