Altomünster    

224 500 Hähnchen im Jahr

Altomünster - Zwei Stunden saßen die Mitglieder des Altomünsterer Bauausschusses unter der Leitung von Bürgermeister Michael Reiter (FWG) am Dienstagabend zusammen, um 24 Anträge zu beraten. Darunter jenen eines Oberzeitlbacher Landwirts auf einen Hähnchen-Stall, in dem jedes Jahr 224 500 Göckel großgezogen werden können (siehe Kasten).


Mastbetrieb für Oberzeitlbach
Fast 30 000 Hähnchen sollen in Oberzeitlbach jeweils innerhalb von sieben Wochen zur Schlachtreife heranwachsen.
Viktor Schwabenland/Pixelio

 

Die große Mehrheit der Anträge drehte sich indes um Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften, fast allen wurde zugestimmt. Rechnet man vorsichtig mit 2,5 Bewohnern pro Einheit, werden in Altomünster sowie den Ortsteilen Oberzeitlbach, Pipinsried, Unterzeitlbach und Wollomoos demnächst rund neue 50 Bürgerinnen und Bürger wohnen.
Die beiden Bebauungsplanverfahren in Wollomoos an der Bergstraße sowie östlich der Weilach- und Gartenstraße sind dabei noch nicht mitgerechnet. Eigentlich sollten sich die Pläne jetzt schon im Endstadium befinden, wäre da nicht die neue Bayerische Bauordnung. In der wurde ein Halbsatz gestrichen, der sich mit den Bauräumen beschäftigte und deren Vorrang vor den (alten) Abstandsflächenregelungen festhielt. Genau das sollen auch die beiden Bebauungspläne gewährleisten, beschlossen die Bauausschussmitglieder. Die genaue Formulierung dazu muss sich allerdings noch ein Jurist ausdenken. Bauamtsleiterin Michaela Felber hatte zwar beim Landratsamt nachgehakt, doch den dortigen Fachleuten fehlen noch die eigentlich üblichen Richtlinien. Die Dachauer Behörde hatte dafür die kürzlich vom Marktgemeinderat gefassten Beschlüsse zu den Abstandstiefen geprüft und war dabei auf eine Unklarheit in Sachen des früheren sogenannten "16-Meter-Privilegs" gestoßen, das bei Außenwänden bis zu 16 Metern Länge einen Mindestabstand von drei Metern vorschrieb. In der neuen Bauordnung werden die Abstandsflächen hingegen generell auf 40 Prozent der Wandhöhe (0,4 H) reduziert.
Die Tiefe der Mindestabstandsfläche blieb mit drei Metern erhalten. Die Altomünsterer Regelung war nach Ansicht des Landratsamts missverständlich, weshalb das Gremium die Formulierung nachschärfte.
Einen Bauantrag aus dem Weiler Pfaffenhofen lehnte der Bauausschuss ab, unter anderem wegen zu großer Dachüberhänge. Ein Wollomooser Bauherr wiederum muss seinen Freistellungsantrag nachbearbeiten. Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag auf einen Verkehrsspiegel in der Nerbstraße. Der neue Bauausschuss blieb damit der Linie seines Vorgängergremiums treu, das vor zwei Jahren die Anbringung eines Verkehrsspiegels an der Ecke Nerbstraße und Kellerbergstraße auf Anraten der Dachauer Polizei abgelehnt hatte.

Von Horst Kramer  



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Veröffentlicht am 10.03.2021 17:25 Uhr