Aindling    

Zwei Jahre bauen statt beten

Hausen - Die Pfarrei Hausen in der Gemeine Aindling fiebert seit Wochen dem 29. Januar entgegen. An diesem Tag steht ein besonderes Fest im Kalender: In der Pfarrkirche feiern die Bewohner des Ortes nicht nur Patrozinium, sondern auch den Abschluss der aufwendigen Renovierungsarbeiten in und an dem Gotteshaus. Am kommenden Samstag wird nach zwei Jahren Pause das erste Mal wieder ein Gottesdienst in der schmucken Kirche zelebriert. Die Kirche in Hausen, zumindest ihre Vorgängerin, dürfte schon sehr alt sein. Man vermutet ihre Ursprünge um das Jahr 1100 herum, also aus der "spätromanischen Bauperiode" stammend. Die Kirche soll später zerstört worden, ja sogar abgebrannt sein.


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Außen und innen wurde die Pfarrkirche St. Pauli Bekehrung in Hausen renoviert. Auch das Dach ist komplett saniert. Nach zwei Jahren Pause können die Gläubigen nun wieder in ihrer Kirche beten. Neu gemacht wurden auch die Glasfenster "Herz-Jesu" und "Herz-Maria". Der Altarraum ist mit einer kunstvollen Bogenkonstruktion ausgeführt. Es stehen noch kleinere Restarbeiten aus: Die Kirchenbänke sollen noch auf Vordermann gebracht werden. Foto: Josef Abt
Josef Abt


Außen an der Ostseite ist die Jahreszahl 1681 aufgemalt. Es dürfte das Jahr des Neubaus der Kirche sein, wobei in einer alten Überlieferung auch zu lesen ist, dass der Turm mit Achteckaufsatz von einer alten Kirche übernommen worden sei.
Im Kirchturm hängen zwei Glocken, beide mit einer Inschrift. "In nomine Jesu omne genu flectatur" steht auf der einen; in die kleinere gegossen sind die Worte: "Sit nomen domini benedictum". Zudem steht auf beiden Glocken "Johannes Josephus Kern hat mich gegossen in Augsburg anno 1758."
In einem Gespräch mit Kirchenpfleger Franz Reich wird deutlich, dass die Sanierung wesentlich umfangreicher ausfiel als zunächst gedacht. Anfangs waren nur Instandsetzungsarbeiten am Dachstuhl geplant. Von einer "statischen Instandsetzung" wurde gesprochen.
Bei genaueren Untersuchungen allerdings stellte sich heraus, dass nicht nur das Kirchengebälk sehr marode und teilweise in kritischem Zustand war, sondern auch die Decke. Bei der Begehung wurden Schwingungen gemessen; nähere Untersuchungen brachten Gewissheit, dass umfangreiche Maßnahmen erforderlich wurden. Dazu kamen nach Reichs Schilderungen statisch notwendige Verbesserungen von Kirchenschiff und Kirchturm mit einem "Nadelverbau". Im Zuge dessen wurden stabilisierende Verbesserungen im Mauerwerk vorgenommen. Die wiederum zogen innen wie außen größerer Putzarbeiten nach sich.
Nun sei alles (fast) abgeschlossen und die Finanzierung gesichert, stellt der Kirchenpfleger erleichtert fest. Für die gesamte Sanierungsmaßnahme war im Vorfeld ein Betrag von 530 000 Euro kalkuliert worden. Falls keine größeren Abweichungen in den noch ausstehenden Rechnungen für eine negative Überraschung sorgen, dürfte man mit dieser Summe auskommen, meint Reich.
Durch die immer wieder neu festgestellten Schäden waren einige Posten erheblich kostenintensiver als geplant. Allein die Ausgaben für die Dachstuhlsanierung stiegen von ursprünglichen 113 000 Euro auf 152 000 Euro. Dazu kamen nicht vorhersehbare Zwangspausen durch Corona, die die Bauzeit und die Zeit, in der das Gerüst stand, verlängerten. Alles in allem konnte laut Reich die Maßnahme aber als gelungen und finanziell wohl im Rahmen abgeschlossen werden.
Einen kleinen Grundbetrag hat die Kirchenstiftung St. Pauli Bekehrung dafür angespart. Die Finanzierung wird von der Diözese unterstützt. Hier erwartet man einen Zuschuss von 387 000 Euro. 70 000 Euro werden von der Marktgemeinde Aindling kommen, weitere Zuschüsse seien zugesagt, etwa vom Landkreis oder dem Bezirk, zählt Reich auf. Wichtig zu erwähnen sei, das lobte der Kirchenpfleger, dass sich die Hausener sehr spendenfreudig gezeigt haben. Ihr Kirchlein ist ihnen offensichtlich sehr wichtig. Die Gläubigen schätzten es sehr, dass nun wieder wöchentliche Messen gefeiert werden können. Hausen gehört zur Pfarrei Stotzard, hat aber seit Alters her seine eigene Kirche "St. Pauli Bekehrung". Das Fest erinnert an die Bekehrung des Apostels Paulus von Tarsus vor Damaskus. Dessen Namenstag steht am 25. Januar im Kalender. In Hausen wird der immer am darauffolgenden Samstag gefeiert. Der "Kirta" am kommenden Samstag beginnt um 9.30 Uhr, Pater Thomas hält dann den Festgottesdienst. Für den Gottesdienst gelten Corona-Beschränkungen. Daher ist eine Anmeldung erforderlich. Hausener Urkirche stand schon um 1100

Von Josef Abt


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Veröffentlicht am 24.01.2022 19:08 Uhr