Aindling    

Kinderbetreuung wird teurer

Aindling - Die Entscheidung hat sich der Aindlinger Gemeinderat nicht leicht gemacht. Dennoch segnete das Gremium die deutliche Erhöhung der Kindergartengebühren für die Wichtelhütte bei der Sitzung am Dienstagabend ab.


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Im schönen Ambiente von Schloss Pichl werden derzeit die Krippenkinder der Aindlinger Einrichtung St. Martin betreut, weil in ihrem Domizil ein Wasserschaden behoben werden muss. Doch nicht alle betroffenen Eltern freuen sich darüber, da Schloss Pichl für sie einen weiteren Anfahrtsweg bedeutet. Foto: Inge Sommerreisser


Ein Vertreter des Trägers Johanniter-Unfall-Hilfe informierte die Räte, warum dieser Schritt unvermeidlich ist. Hintergrund sind enorm höhere Personalkosten, die in den nächsten Jahren im Rahmen entsprechender Tarifverträge um rund 10,4 Prozent ansteigen. Seit 2018 seien die Ausgaben für Gehälter um 26,1 Prozent gewachsen.
Für die Eltern bedeutet das höhere Kosten für die Kinderbetreuung bereits ab Januar 2023. Für ein Krippenkind, das drei bis vier Stunden betreut wird, müssen dann 220 Euro statt bisher 160 bezahlt werden; acht bis neun Stunden Betreuung schlagen mit 320 Euro (bisher 235) monatlich zu Buche. Kindergartenkinder kosten bei drei bis vier Stunden ab Januar 130 Euro monatlich (bisher 82), und bei neun bis zehn Stunden Betreuungszeit am Tag fallen künftig 208 Euro im Monat (bisher 130) an. Bürgermeisterin Gertrud Hitzler betont in diesem Zusammenhang, dass das Defizit, das die Gemeinde bei der Kinderbetreuung trägt, dadurch nicht ausgeglichen wird. Sprich: Die Kommune zahlt weiter drauf - trotz staatlicher Zuschüsse.

Nachdem sich der Finanzausschuss der Marktgemeinde kürzlich mit dem Ausbau des Glasfasernetzes beschäftigt hat, stand dieses Thema nun auch im Gemeinderat auf der Tagesordnung. Die Räte folgten den Empfehlungen des Finanzausschusses beziehungsweise des engagierten Teams der Breitbandberatung Bayern. Mit Glasfaser sollen demnach die Aindlinger Ortsteile Eisingersdorf-Siedlung, Arnhofen, Stotzard, Nesslach und Teile von Binnenbach ausgestattet werden.
Das sind alles Gebiete, die auf der Empfehlungsliste stehen. Berücksichtigt werden nur Areale, in denen keine 100 Mbit/Sekunde Downloadgeschwindigkeit in Privathaushalten erreicht werden, beziehungsweise 200 Mbit/Sekunde bei gewerblichen Nutzern.
"Alles, was förderfähig ist, wird erschlossen", stellte Hitzler klar. Laut derzeitigen Berechnungen wird nach Abzug der staatlichen Förderung ein für die Marktgemeinde zu zahlender Betrag von etwa 370 000 Euro übrig bleiben.
Wieder kam die Frage auf, warum bestimmte Gebiete nicht ausgebaut werden. Hier verwies die Bürgermeisterin auf das entsprechende Gesetz und seine Richtlinien. Es besagt, dass nur dort gefördert wird, wo die entsprechende Geschwindigkeit nicht erreicht wird. Auch wenn in manchen Bereichen die Leistung nicht optimal sei, müsse die Kommune sich an die Ergebnisse der Untersuchung halten und könne nur dort aufrüsten, wo es tatsächlich nicht schnell genug läuft, erklärte Hitzler. Die Entscheidung fiel letztlich einstimmig.

Der Bau des neuen Feuerwehrhauses schreitet weiter voran. Aktuell wird der Stahlbetonbau des Verwaltungstraktes errichtet. Laut Hitzler soll - so weit es wetterbedingt möglich ist - bis 23. Dezember gearbeitet werden und dann wieder nach den Feiertagen.

Beim Tagesordnungspunkt "Bericht aus dem Rathaus" informierte Hitzler über eine neue Mitarbeiterin. Petra Riegl unterstützt Carmen Bichlmeier im Sekretariat der VG Aindling.

Nachdem es in der Kindertagesstätte St. Martin in Aindling einen massiven Wasserschaden gab (wir berichteten), musste die Krippengruppe kurzfristig umziehen. Die Kleinsten werden nun für etwa fünf bis sechs Monate auf Schloss Pichl betreut. Dort waren schon die Kinder der Wichtelhütte vorübergehend untergebracht, bis sie ihren Neubau beziehen konnten.
Das schöne Ambiente in Pichl macht nicht allen Elternteilen Freude. Gerade wenn Geschwisterkinder weiter in der Einrichtung an der Schulstraße betreut werden und das jüngere Kind nach Pichl gefahren werden muss, komme bei manchen Unmut auf. "Das ist natürlich unpraktisch", zeigte Hitzler Verständnis. Dennoch freut sie sich über die schnelle Lösung und bedankt sich bei allen Beteiligten, die dies möglich gemacht und mitangepackt haben.

Von Tanja Marsal


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Veröffentlicht am 30.11.2022 16:29 Uhr