Aindling    

Slackline für die Jugend, Balancierbalken für die Älteren

Aindling - Mehr Mitspracherecht der Bürger bei der Errichtung eines Generationenparks im Aindlinger Krankenhauspark hatte die Perspektive Aindling noch Anfang Dezember vergangenen Jahres gefordert, 62 Unterschriften von Bürgern wurden dazu vorgelegt. Nachdem der Bürgerantrag abgelehnt wurde (wir berichteten), sollten die Ideen der Bürger wenigstens in einer Anhörung in den Weihnachtsferien gehört werden. Am Montag war es nun so weit, doch die große Bürgerbeteiligung blieb aus.

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Rund 20 Interessierte, darunter auch einige Gemeinderatsmitglieder, fanden sich zur Bürgeranhörung im Sitzungssaal ein. Bürgermeister Tomas Zinnecker stellte das angedachte Konzept des Parks vor und Möglichkeiten, welche Geräte darin platziert werden könnten. Beraten lassen hat sich die Gemeinde bei der Planung von Sportwissenschaftler Oliver Seitz.
Wichtig ist dem Gemeinderat, den Jugendbeauftragten Petra Mießl und Bernd Aichele und der Seniorenbeauftragten Albertine Ganshorn, dass die Geräte, die in dem Park aufgebaut werden, sowohl zur Individual- als auch zur Gruppennutzung geeignet sind. Sich vom Angebot angesprochen fühlen sollen Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen. Auch Bürger mit Einschränkungen beim Gehen, Sehen oder was das Gewicht angeht, sollen Geräte finden, die sie bedienen können. Der Generationenpark soll integrativ in dreierlei Hinsicht sein: Was den Fitnesszustand, das Alter und die Einschränkungen der Nutzer angeht. Sport und Spaß sollen verbunden werden, auch aktive Menschen sollen sich dort auspowern und trainieren können. Es sollen aber wiederum auch "nicht bewegungsbegeisterte Mitbürger", also Laien und Passanten, den Weg in den Park finden, wie Zinnecker erklärte.
Für rund zehn Geräte bietet der Park Platz, wobei er stellenweise ziemlich hügelig und Standort vieler Bäume ist. Die Überlegungen zu den Geräten, die dort platziert werden sollen, führten bei der Bürgeranhörung am Montag zu einer Diskussion darüber, für wen der Park tatsächlich gedacht ist und ob Kleinkinder eingeplant werden sollten. Als Zielgruppe wurden Menschen von zwölf bis 99 Jahren festgelegt. Die Alterseinschränkung ab zwölf Jahren hielt eine Anwohnerin für kein gutes Zeichen, so würden der Kindergarten und Mütter mit Kleinkindern ausgegrenzt. Zweite Bürgermeisterin Gertrud Hitzler gab zu bedenken, dass es bei der Einschränkung in erster Linie um eine haftungsrechtliche Absicherung seitens der Gemeinde gehe. Zudem wurde der Einwand eingebracht, dass der Kindergarten eigene Geräte für den Nachwuchs habe, den Park aber für Exkursionen nutzen könnte. Nicht im Klaren war man sich allerdings darüber, ob eine solche Altersbeschränkung grundsätzlich rechtliche Pflicht sei, und wenn ja, ob diese für den gesamten Park ausgewiesen werden müsse oder Schilder an den jeweiligen Geräten reichen würden. Bürgermeister Tomas Zinnecker will dies in Erfahrung bringen. Wenn möglich, will man ohne Alterseinschränkung auskommen.
Ob es ein reiner Bewegungspark oder vielleicht auch ein kulturell gemeinsam genutzter Generationenpark werden solle, wollte Nadine Kabbeck (Perspektive Aindling) wissen. Denn dann könne man auch über eine Bühne nachdenken. Zinnecker erklärte, man wolle sich eine solche Option keinesfalls verbauen, man würde sie im Hinterkopf behalten. Bisher sei eine elektrische Versorgung aber ohnehin noch nicht gesichert. Hitzler gab zu verstehen, dass regelmäßige Veranstaltungen nicht geplant sind. "Das Angebot soll sich qualitativ verbessern und der Park besser frequentiert werden", fasste sie den Zweck des Projekts zusammen. Die Nutzung durch kleinere Kinder war auch Christina März (Perspektive Aindling) ein Anliegen. Sie brachte die Idee für ein Baumhaus im Park ein. Aus Haftungsgründen könne man dies allerdings nicht verwirklichen, wandte der Bürgermeister ein.
Für die Jugendlichen ist eine rund drei Meter hohe Kletterwand angedacht, an der sie bouldern (Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt) können. Auch eine Slackline (Gurtband zum Balancieren) soll junge Nutzer in den Park locken. Darüber hinaus sind verschiedene Balancierbalken, Lauf-Geräte, Reckstangen in unterschiedlichen Höhen, eine Erwachsenenschaukel, Bein-Beweger und ein Spieltisch angedacht. Auch eine schwebende Plattform, eine Situp-Beinheber-Kombi, eine Station zum Rückenstrecken, eine Stützspringen-Station, ein Oberkörper-Ergometer oder Wellenlaufen wären denkbar. Bei der Auswahl der Geräte müssen die Haftung, aber auch die Anfälligkeit zur Abnutzung und gegenüber Vandalismus, die Wetterbeständigkeit und mögliche Alterseinschränkungen geklärt werden.
Im Aindlinger Generationenpark sollen Sitzmöglichkeiten zum Verweilen einladen und ein Trinkbrunnen Radfahrern die Pause ermöglichen. Die Wege zwischen den Geräten und zu den Bänken hin sollen gekiest werden, auf Asphalt wird verzichtet. "Es soll Natur bleiben", verdeutlichte Bürgermeister Tomas Zinnecker.
Der nächste Schritt Richtung Generationenpark in Aindling ist nun die Einreichung des Förderantrags für eine EU-Förderung durch Leader, danach muss die Gemeinde erst einmal abwarten. Sollte man wider Erwarten keine Förderung erhalten, soll das Projekt laut Zinnecker dennoch nicht gestorben sein. Man müsse dann eventuell abspecken, aber würde eine Verwirklichung mit Haushaltsmitteln (30 000 Euro sind für das Projekt eingestellt) und der Hilfe von Sponsoren versuchen.
Das Ziel ist es, im Frühjahr mit dem Bau zu beginnen, bis zum Sommer soll der Park fertiggestellt sein. Projekt wird notfalls auch ohne Förderung umgesetzt

Von Nayra Weber


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Veröffentlicht am 27.04.2016 00:00 Uhr




 

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