Aindling    

Altes Bauernhaus prägt das Ortsbild von Hausen

Aindling/Hausen - Wie schön alte Bauernhäuser auf dem Land nach einer fachmännischen und liebevollen Renovierung sein können, zeigt sich im Aindlinger Ortsteil Hausen. Das ehemalige Bauernhaus des früheren Besitzers Florian Brandner (Hofname "Heißbauer"), das direkt neben der Pfarrkirche in Hausen steht, ist ein richtiger Blickfang, besonders jetzt durch die Herbstfärbung in den letzten Tagen an der südlichen Haus- und Gartenfront.


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Das schmucke, alte, geschichtsträchtige Bauernhaus im Aindlinger Ortsteil Hausen hat der Aindlinger Architekt Rainer Esche herrichten lassen. Mit den Auflagen des Denkmalschutzes ließ er das Gebäude renovieren. Nun bietet es sechs Familien eine Unterkunft. So ist ein altes Haus samt Hofstelle in seinem Ursprung erhalten geblieben. Foto: Josef Abt


Dieses ehemalige Bauernhaus hat eine lange Geschichte, vieles ist auch bei einigen älteren Bewohnern von Hausen noch in Erinnerung. So auch bei Michael Balleis, der sich sehr für die örtliche Dorfgeschichte interessiert.
Erbaut wurde der alte Hof vom damaligen Hofbesitzer Florian Brandner wohl Ende des 18. Jahrhunderts. Erweitert und aufgestockt wurde es erst im Jahr 1911. So wird es auch über der Eingangstüre dokumentiert. Dieses Wohnhaus war schon Anfang des 19. Jahrhunderts viele Jahre lang eine beliebte und gut laufende Gastwirtschaft, in der sich die Einheimischen und Besucher aus den umliegenden Orten wohlfühlten. Durch den Ausbau des Obergeschosses entstand auch ein großer Saal, wo Hochzeiten und Faschingsbälle gefeiert wurden. Nach dem Krieg gab es einen Eigentümerwechsel und die Familie von Josef Lechner übernahm. Der Name "Heißbauer" hatte aber weiterhin Bestand. Der Gaststättenbetrieb, auch für die örtlichen Vereine, blieb ebenfalls aufrecht erhalten. Doch Ende der 1950er Jahre gaben die Lechners die Landwirtschaft auf und auch die Gaststätte wurde geschlossen. Die verbliebenen Familienangehörigen zogen in ein neu gebautes Wohnhaus gegenüber vom Hof.
Im Jahr 1989 kaufte der Architekt Rainer Esche aus Aindling dieses dann schon etwas heruntergekommene und baufällige Anwesen. Zuvor hatte hier eine Art Hippie-Kommune für längere Zeit eine Bleibe gefunden und "hauste" in dem Gebäude in einfachen Verhältnissen. Da das Haus unter besonderem Denkmalschutz stand, waren die Renovierungsarbeiten nicht so einfach und zogen sich länger als geplant hin, nicht zuletzt auch durch die vielen Behördenauflagen. Ziel des neuen Besitzers war es, möglichst viel originalgetreu zu belassen und den Ursprung zu erhalten oder wieder herzustellen. Dazu gehörte auch die etwas schwierige Beschaffung und das Verlegen des "Solnhofer Pflasters" in den Hausgängen und auch die Zimmer sollten soweit wie möglich in ihrer Gestalt erhalten werden. Auch der Eingang mit der massiven Eichentüre samt Außenfassade wurde so übernommen und es entstand ein schickes Haus, das sich optisch in das dörfliche Ortsbild von Hausen mit der Kirche einpasste.
Neben der Erhaltung der alten Bausubstanz gehörte zu den Zielen des Architekten auch ein wohnungsgerechter Umbau. Dieses alte Gebäude sollte künftig mit mehreren eigenständigen Wohnungen auch von mehreren Leuten genutzt werden. Dieses Vorhaben klappte dann bestens und die Wohnungen in dem neuen Mehrfamilienhaus waren begehrt. Drei Mietwohnungen und drei Parzellen als Eigentumswohnung wurden veräußert und die sechs Parteien haben in diesem geschichtsträchtigen ehemaligen Bauernhaus und der Gastwirtschaft für sich eine richtig tolle Bleibe gefunden. Hippie-Kommune lebte in einfachen Verhältnissen

Von Josef Abt


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Veröffentlicht am 07.11.2021 16:51 Uhr