Aichach    

Zurück am Geburtsort: Steub-Porträt in Aichach

Aichach - Der "große Sohn unserer Stadt" (Bürgermeister Klaus Habermann) wird demnächst mit einem Porträt im Aichacher Stadtmuseum vertreten sein. Ein Bild von Ludwig Steub ging als Dauerleihgabe von der Notarkasse München an die Paarstadt. Es ist das einzige bekannte Ölporträt des Notars, Anwalts und Schriftstellers, wie Habermann bei der Präsentation erklärte.

Ludwig Steub kam 1812 als Sohn von Andreas Steub, königlich-bayerischer Stiftungsadministrator am Landgericht, und Josephine Steub, geborene Wacker, in Aichach zur Welt - in "einem freundlichen Städtchen in der Nähe des Stammschlosses Wittelsbach, mit vielen Brauereien und wenigstens einer Schule", wie er schrieb - nichtsahnend, dass eine Bildungseinrichtung später mal nach ihm benannt werden würde. Dass es in Aichach zur Ludwig-Steub-Grundschule kam, hat maßgeblich Horst Lechner in die Wege geleitet. Ihm ist es nun auch zu verdanken, dass das Porträt den Weg in die Paarstadt gefunden hat.
Das Gemälde befand sich bisher in Händen der Notarkasse München, die es 2003 aus einem privaten Fundus erworben hatte. 2004 war es Teil der Ausstellung "Mythos Bayern" im Stadtmuseum München. Die Notarkasse zieht momentan allerdings um. Im Neubau sei aufgrund von Großraumbüros kaum Platz, um das Gemälde angemessen auszustellen, führte Dr. Thomas Winkelmann, Geschäftsführer der Notarkasse München, aus. Horst Lechner, "Mitstreiter im Museumskreis", wie Bürgermeister Habermann ihn vorstellte, trat zur Vorbereitung der Ausstellung in München bereits in Kontakt mit den Besitzern. Beim Stadtmuseum München war kein Geld zum Kauf des Kunstwerks vorhanden, so führte eines zum anderen - und das Bild von Ludwig Steub kam schließlich dauerhaft an dessen Geburtsort.
Angefertigt hat das Gemälde der Kunstmaler Alphons Spring. Er wurde 1843 im lettischen Libau als Sohn eines Böttchermeisters geboren und starb 1908 in Bad Oeynhausen, Nordrhein-Westfalen; beigesetzt wurde Spring in München.
Notare haben sich früher oft porträtieren lassen, erläuterte Notar a. D. Herbert Oberseider bei der Präsentation des Gemäldes im Aichacher Rathaus. Ludwig Steub war einer der ersten Notare; das Notariat wurde erst 1862 eingeführt.
Das Bild entstand an Weihnachten 1885, wie eine Bleistiftinschrift auf der Rückseite des dunklen Holzrahmens verrät. Es ist 25 auf 20 Zentimeter groß, vermutlich mit Ölfarben auf Holz gemalt und wurde, wohl zum Schutz, mit Lack überzogen. Über den Wert des Gemäldes ist nichts bekannt.
Das Kunstwerk mit dem Porträt des berühmten Aichachers soll - natürlich entsprechend präsent - in die seit 2008 unveränderte Dauerausstellung im Aichacher Stadtmuseum integriert werden. 

Von Nayra Weber


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Das Steub-Porträt entstand Weihnachten 1885, verrät eine Bleistiftinschrift auf der Rückseite des dunklen Holzrahmens. Es ist vermutlich aus Ölfarben auf Holz entstanden und zum Schutz mit Lack überzogen worden.
Nayra Weber



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Veröffentlicht am 01.08.2021 15:26 Uhr