Aichach    

Viele Kinder, kein Zuschuss

Aichach - Der erfreuliche Babyboom im Friedberger Krankenhaus (wir berichteten) hat auch seine Schattenseiten. Im Jahr 2019 kamen dort 650 Kinder zur Welt. Dafür erhält der Landkreis eine Förderung von einer Million Euro. Im Jahr 2020 waren es hingegen 823 Kinder, die Förderung dafür: null Euro.


Hintergrund sind die Richtlinien eines im Jahr 2017 ins Leben gerufenen bayerischen Förderpakets, das auf dem Höhepunkt der Debatten um den Hebammenmangel und die Schließungen von Geburtsstationen wie beispielsweise in Aichach beschlossen wurde. Ziel war die Stärkung der Geburtshilfe auf dem Land. Um in den Genuss der Förderung zu kommen, muss ein Haus mindestens 300 Geburten im Jahr verzeichnen, darf aber wiederum 800 nicht überschreiten. Außerdem müssen mindestens die Hälfte aller Kinder des Landkreises dort geboren sein. Die Förderung gibt es folglich nur für ein Krankenhaus pro Landkreis.
Im Jahr 2019 wurden 650 Kinder im Friedberger Krankenhaus geboren. Der Freistaat gleicht das Defizit deshalb teilweise aus. Es wird zu 85 Prozent oder mit maximal einer Million Euro erstattet. Von den 7,8 Millionen Euro Defizit der Kliniken an der Paar mit den Standorten Friedberg und Aichach belief sich allein das Minus der Geburtshilfe auf 1,5 Millionen Euro, wie der zuständige Abteilungsleiter aus dem Landratsamt, Georg Großhauser, erklärt. Statt der 85 Prozent (1,28 Millionen Euro) fielen die Kliniken damit in den gedeckelten Höchstfördersatz von einer Million Euro. 2018 erhielt der Landkreis 700 000 Euro. Mit diesem Geldsegen ist vorerst Schluss: Durch 823 Geburten fällt das Friedberger Krankenhaus im gerade zu Ende gegangenen Jahr aus dem Förderprogramm.

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 08.01.2021 17:07 Uhr