Aichach    

Unternehmen investieren in den Klimaschutz

Aichach-Friedberg - An der Umfrage zum "Energiewende-Barometer" der Industrie- und Handelskammer (IHK) haben sich auch Mitgliedsunternehmen aus Schwaben beteiligt. Obwohl die Folgen der Corona-Maßnahmen viele Unternehmen schwer getroffen haben, sehen 56 Prozent der Befragten aus Produktion, Handel und Dienstleistungen keine Beeinträchtigung für ihre Klimaschutzvorhaben. Für sieben Prozent ist die Krise sogar Anlass, zusätzliche Maßnahmen anzugehen oder geplante Projekte vorzuziehen. "Das unterstreicht die Relevanz des Klimaschutzes für die Unternehmen", sagt Nina Reitsam, Geschäftsfeldleiterin Industrie und Innovation bei der IHK Schwaben.


Unternehmen investieren in Energiewende
Im Jahr 2005 begannen die Bestrebungen der Brauerei Kühbach, energieeffizienter und umweltschonender zu werden. Ein Jahr später wurde eine Biogasanlage errichtet, die im Sommer vor 15 Jahren in Betrieb ging. Im Herbst folgte das Fernwärmenetz. 2012 wurde die Biogasanlage um ein weiteres Blockheizkraftwerk erweitert.
Brauerei Kühbach


Fast die Hälfte des Stromverbrauchs in Bayerisch-Schwaben wird bereits heute durch erneuerbare Energien gedeckt. "Auch viele Unternehmen aus der Region tragen mit ihren Anlagen zur Eigenstromerzeugung bei", stellt Reitsam fest. "CO2-Vermeidung wird zunehmend zu einer Leitgröße unternehmerischen Handelns." Die AICHACHER ZEITUNG stellt die Bemühungen von zwei Betrieben aus Aichach-Friedberg vor:
Die Brauerei Kühbach hat die Energieversorgung im Schlossgut nach und nach auf erneuerbare Rohstoffe umgestellt. Als erster Schritt wurde 2005 eine Photovoltaikanlage auf den Dächern der Gutsverwaltung installiert. Sukzessive folgten weitere, so dass mittlerweile Photovoltaikmodule mit einer Spitzenleistung von insgesamt rund 400 Kilowatt (kW) in Betrieb sind, wie Brauereichef Umberto Freiherr von Beck-Peccoz erläutert. Der Eigenverbrauchsanteil des Unternehmens beträgt rund 100 kW.
2006 erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Paarer Landwirt Hans Krammer die Errichtung einer Biogasanlage, die mit nachwachsenden Rohstoffen von den landwirtschaftlichen Flächen der beiden Partner betrieben wird. Der gewonnene Strom wird ebenfalls eingespeist. Für die Nutzung der Abwärme wurde ein Fernwärmenetz aufgebaut. Durch Erweiterungen hat es zwischenzeitlich eine Länge von über vier Kilometern. Derzeit laufen die Planungen für den Ausbau für den südlichen Teil der Marktgemeinde (wir berichteten). Seit 2007 gewinnt eine Hackschnitzelanlage die für die Brauerei erforderliche Prozesswärme und schafft Versorgungssicherheit für das Wärmenetz. Die verwendeten Hackschnitzel stammen aus dem eigenen Forst. Es handelt sich um anfallendes Rest- und Schadholz. Die Neuanlage von Pappel-Kurzumtriebsplantagen - mit schnell wachsenden Bäumen zur Produktion von nachwachsenden Holz-Hackschnitzeln - auf landwirtschaftlichen Flächen rundet das Selbstversorgungskonzept ab. "Wir halten an regenerativer Energie fest, es gibt eigentlich keine Alternative", sagt von Beck-Peccoz. 

Von Nayra Weber



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Veröffentlicht am 12.04.2021 15:34 Uhr