Aichach    

Secondhand und Tattoos unter einem Dach

Aichach - In der Paarstadt haben sich eine neue Boutique und ein weiteres Tattoo-Studio angesiedelt - und das im selben Laden. In der Bauerntanzgasse, wo sich bis vor drei Monaten noch ein Blumengeschäft befand, bietet Jessica Juraski Mummert im vorderen Bereich gut erhaltene gebrauchte Kleidung und Accessoires an, Adrian Adamczyk von "Om Spirit Tattoo" empfängt in einem weiteren Raum im hinteren Bereich seine Kunden.


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Die Secondhand-Boutique von Jessica Juraski Mummert und das Tattoo-Studio von Adrian Adamczyk sind in der Bauerntanzgasse in Aichach eingezogen. Fotos: Nayra Weber
Nayra Weber


Ein Kleidungsgeschäft mit Secondhand-Ware zu eröffnen, sei schon länger ihr Wunsch gewesen, berichtet Jessica Juraski Mummert. Nun hat die gelernte Pflegefachhelferin ihn sich erfüllt und den Schritt in die hauptberufliche Selbstständigkeit gewagt.
Aus persönlichem Interesse sei die Idee entstanden: Die 31-Jährige kauft selbst gerne Secondhand-Kleidung ein. Dabei sei ihr aufgefallen, dass die Auswahl an hochwertigen, bekannten Marken und größeren Konfektionsgrößen eher gering sei. In ihrer "Secondhand-Boutique by Jess" will sie daher "gut erhaltene und hochwertige Stücke in allen Größen und Preisklassen" anbieten. "Mir war wichtig, dass jeder kommen und was finden kann", sagt sie.
Im Sortiment bietet sie Ware für Kinder, Frauen und Herren an, von Kleidung inklusive Schuhen bis zu Accessoires und Schmuck. Für den Wareneinkauf hat sie Kontakte zu Händlern von Markenkleidung geknüpft und kann daher Einzelstücke aus Retouren und Restposten anbieten. Auch die Anlieferung durch Kunden ist möglich. Der Ankauf sauberer, gut erhaltener Stücke durch Jessica Juraski Mummert erfolgt dann im Rahmen eines Kommissionskonzepts, der ursprüngliche Besitzer der Ware wird am erzielten Verkaufspreis beteiligt.
Die Einkaufsmöglichkeit für alle Altersklassen und Kleidergrößen spiegelt sich auch im Ladenkonzept wider: Die Umkleiden hat die fünffache Mutter groß genug gestaltet, dass auch Platz für einen Kinderwagen ist oder Rollstuhlfahrer darin Kleidung anprobieren können. In einer Kinderspielecke können sich die kleinen Gäste die Zeit vertreiben, während die Eltern auf Schnäppchenjagd gehen.
Am Ende des Ladens in einem kleinen Raum befindet sich das Tattoo-Studio von Adrian Adamczyk. Er und Juraski Mummert sind befreundet, weshalb sie ihm diese Möglichkeit vorschlug. Im Sinne des Infektionsschutzes für seine Familie und um Privates und Berufliches künftig besser trennen zu können, kam dieses Angebot genau richtig, wie er erklärt. Er zeichne schon sein ganzes Leben lang, erzählt er. Mit Manga-Zeichnungen hat er sogar an Wettbewerben teilgenommen. Im vergangenen Jahr begann der 34-Jährige als Hobby mit dem Tätowieren und hat daraufhin einen Kurs bei einer Online-Tätowierer-Akademie absolviert, in dem er die "Basics" rund um Haut- und Maschinenlehre, Nadelkunde und Kundenaufklärung erlernt hat.
Seit Oktober bietet der Maschinenanlagenführer die Körperkunst nun nebenberuflich, also auf Terminanfrage, an. Privat fasziniert von östlicher Philosophie, bringt Adrian Adamczyk unter anderem spirituelle und florale Motive, Bilder aus dem Manga-Bereich und "Fineline" auf die Haut, ist aber auch für andere Wünsche seiner Kunden offen.
Wichtig sei ihm dabei vor allem eines: "Meine Tattoos sollen den Menschen ein Leben lang ein gutes Gefühl geben", verdeutlicht der Familienvater aus Aichach. Zu diesem Zweck und um seine "Handschrift" weiterzugeben, entwirft Adrian Adamczyk die Motive selbst oder personalisiert Kundenwünsche.

Von Nayra Weber


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Veröffentlicht am 29.11.2021 17:39 Uhr