Aichach    

Neues Wohngebiet am alten Krankenhaus

Aichach - Das Gelände beim alten Aichacher Krankenhaus wird komplett überplant. Auf rund 12 000 Quadratmetern sollen bis zu 100 Wohnungen entstehen. Die Pläne wurden am Mittwoch im Werkausschuss des Kreistags vorgestellt.


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Im Altbau des Aichacher Krankenhauses sollen künftig in den beiden oberen Stockwerken Wohnräume für Beschäftigte und Auszubildende entstehen. Foto: Erich Hoffmann


Demnach werden in der Nachbarschaft des alten Krankenhauses fast alle Gebäude abgerissen. Im alten Krankenhaus selbst werden die dort untergebrachten Praxen und das Geburtshaus verbleiben. Außerdem sollen die Verwaltung, die Pflegeschule und das Gesundheitsamt einziehen. Bei dieser Planung blieben zwei Stockwerke frei, die als Wohnraum für Beschäftigte und Auszubildende dienen sollen, erklärt Landrat Klaus Metzger (CSU) im Gespräch mit unserer Zeitung. Für die psychiatrische Tagesklinik bleibt es weiter bei dem Vorhaben, sie in einer aufgestockten Etage auf dem neuen Krankenhaus einzurichten. Als einziges Gebäude wird neben dem alten Krankenhaustrakt der vorgelagerte Funktionsbau erhalten, der aktuell Arztpraxen beherbergt.
Ursprünglich war überlegt worden, dass das Krankenhaus, dem die Flächen und die Gebäude gehören, selbst als Bauherr tätig wird. Dann wurde allerdings klar, dass das Großprojekt die finanziellen und personellen Ressourcen der Kliniken an der Paar übersteigen würde. Nun werden die Kliniken das gesamte Areal an die Kreis-Wohnbaugesellschaft verkaufen - zu einem Preis, der von einem Gutachter ermittelt wird. Abriss und Überplanung des Geländes werden dann von der Wohnbaugesellschaft abgewickelt. Wobei allein die Abrisskosten auf drei bis vier Millionen Euro geschätzt werden. Die Klinik wiederum wird mit dem durch den Verkauf eingenommenen Geld die Sanierung des alten Krankenhausgebäudes finanzieren.
Das Projekt ist das größte, das die Wohnbaugesellschaft je in Angriff genommen hat. Geschäftsführer Robert Englmeier spricht von einem "hochinteressanten" Vorhaben. Häufig wickle die Wohnbaugesellschaft kleine Projekte mit hohem Aufwand ab, die dann sieben oder acht Wohnungen bringen. Rund um das alte Krankenhaus können um die 100 Wohnungen entstehen. Um eine gute Durchmischung des neuen Quartiers zu ermöglichen, soll zum einen geförderter, also preisgünstiger Wohnraum entstehen. Zugleich sind aber auch höherwertige Einheiten geplant, eventuell sogar Eigentumswohnungen. Das hänge damit zusammen, dass die Wohnbaugesellschaft die enorm hohen Kosten sowohl für den Kauf des Grundstücks als auch für den Abriss und die Neubauten finanzieren muss, wie Englmeier erläutert. Es ist zwar darüber nachgedacht worden, ein Gebäude zu sanieren, zumal eines vom BRK und zu Teilen noch vom Krankenhaus genutzt werden soll. Aber die alten, teils nur einstöckigen Gebäude würden bei einer Sanierung viel zu hohe Kosten verursachen. Deshalb wird auf dem Gelände auch ein Neubau entstehen, der nicht der Wohnbebauung dient: Dort wird das BRK samt seiner Tagespflege und der Bereitschaft ein neues Zuhause finden. Auch Teile der Krankenhaus-Küche und eventuell einzelne medizinische Geräte wie CTs könnten dort untergebracht werden.
Laut Landrat Klaus Metzger wird "im großen Stil, aber ansprechend gebaut". Die Planung liegt in den Händen des Architekturbüros Opla, das in Aichach unter anderem mit der Neugestaltung des Tandlmarkts befasst ist. Auch Bürgermeister Klaus Habermann begrüßt die Entwicklung. Die alten Gebäude seien weder attraktiv noch funktional gut nutzbar, außerdem nicht für einen vernünftigen Preis sanierbar. Klinik-Chef Dr. Hubert Mayer wies zudem darauf hin, dass zwei der alten Gebäude, in denen noch Personalwohnungen vorhanden sind, bereits in kritischem Zustand sind.
Noch befindet sich das ganze Vorhaben in der Planungsphase, Änderungen sind also nach wie vor möglich. Auch der Zeithorizont ist schwer absehbar. Zwei Jahre beanspruchten allein die steuerrechtlichen Fragen, weil nicht der Landkreis, sondern das Krankenhaus Eigentümer des Areals ist. Das Architekturbüro soll noch heuer erste Entwürfe vorstellen, im kommenden Jahr, hofft Metzger, könnte der Vertrag mit der Stadt geschlossen werden. Wohnbau-Geschäftsführer Englmeier kann sich vorstellen, dass es gelingt, bis Ende nächsten Jahres den Bebauungsplan fertigzustellen. Dann könnten im Sommer 2023 erste Abbrucharbeiten durchgeführt werden. Etwa 2025 oder 2026 könnte das neue Gelände stehen. Klaus Habermann plant sogar noch etwas vorsichtiger. Womöglich entstehen auch Eigentumswohnungen

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 01.12.2021 18:59 Uhr