Aichach    

Nächtliche Ausgangssperre fällt

Aichach-Friedberg - In Baden-Württemberg wurde sie dieser Tage gerichtlich kassiert, in Bayern beschloss das Kabinett laut Ministerpräsident Markus Söder am Donnerstag, sie am Wochenende auslaufen zu lassen: Die nächtliche Ausgangssperre gilt ab Montag nicht mehr pauschal für den ganzen Freistaat, sondern nur noch für Landkreise, deren Inzidenz über 100 liegt. In Aichach-Friedberg und Dachau ist dieser Wert seit Wochen stabil unter dieser Grenze.


Inzidenz stabil unter 100
Die Sieben-Tage-Inzidenz geht weiter nach unten: Sowohl im Landkreis Aichach-Friedberg als auch in Dachau fiel sie dieser Tage unter 35 Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Am Donnerstag wurden im Bayerischen Kabinett neben der Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März auch einige Lockerungen beschlossen: In Landkreisen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt, soll die nächtliche Ausgangssperre fallen. In solchen Landkreisen werden ab 22. Februar die Grundschüler wieder teilweise Präsenzunterricht erhalten, die Kitas gehen in den eingeschränkten Regelbetrieb.
Verena Heißerer


Laut einer Mitteilung des Dachauer Landratsamtes treten die Lockerungen bei der Ausgangssperre frühestens am Tag nach der Veröffentlichung oder dem in der Verordnung genannten Datum in Kraft. Das Amt rechnete gestern Mittag mit der Veröffentlichung in den nächsten Tagen; bis dahin gelten die bisherigen Regelungen unverändert weiter.
Ob sich die Menschen in den vergangenen zwei Monaten daran gehalten haben, von 21 bis 5 Uhr das Haus nicht zu verlassen? Nach dem Eindruck von Peter Löffler schon. Der Pressesprecher der Aichacher Polizei meint, dass nachts sehr viel weniger Menschen unterwegs gewesen seien, seit die nächtliche Ausgangssperre galt. Sie wurde Mitte Dezember eingeführt, als die Inzidenzwerte bayernweit sehr hoch lagen. Nun gehen sie nach unten - und damit schwindet offenbar die Argumentationsgrundlage für die Maßnahme, wie das Urteil aus Baden-Württemberg zeigte.
Speziell kontrolliert wurde die Einhaltung der Ausgangssperre nicht. Laut Löffler sei das aber durchaus im Rahmen der allgemeinen Streifenfahrten geschehen. Oder aufgrund von Mitteilungen wegen Ruhestörung oder Ähnlichem. "Aber wer nachts unterwegs war, der fiel natürlich auf", sagt der stellvertretende Leiter der Aichacher Polizeiinspektion. Schließlich sei wegen der Ausgangssperre kaum etwas los gewesen auf den Straßen, das merke man auch bei den Unfallzahlen. Die gingen deutlich zurück. Zum Teil gibt es laut Löffler, beispielsweise in Bezug auf die Einhaltung der Maskenpflicht, Unterstützung durch Bereitschaftskräfte, die punktuell kontrollieren. <


Von Verena Heißerer



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Veröffentlicht am 12.02.2021 17:01 Uhr