Aichach    

Kliniken brauchen Personal

Aichach - Gravierende Veränderungen in der Krankenhaus-Landschaft im Großraum Augsburg erwartet Landrat Klaus Metzger. Sie sind aus der Not geboren: "Es wird in der Zukunft kaum möglich sein, dass jede Klinik jeden Fachbereich anbietet", erklärt er im Sommerinterview mit der AICHACHER ZEITUNG.


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Personal fehlt überall im Gesundheitswesen, auch an den Kliniken an der Paar. Die Zukunft der Hospitäler liegt deshalb in der Spezialisierung. Sollte sich die Uniklinik in Augsburg aber aus der Grundversorgung zurückziehen, könnte dadurch Personal für andere Häuser frei werden. Symbolfoto: Adobe Stock


Das hängt mit der Wirtschaftlichkeit zusammen, aber nicht nur: Auch der Personalmangel sorgt zunehmend für Engpässe. Allerdings dürfte die Abstimmung, welcher Landkreis in seinem Krankenhaus welche Fachrichtung anbietet und welche nicht, schwierig sein. Geriatrische Angebote werden in einer immer älter werdenden Gesellschaft flächendeckend immer notwendiger. Wie sich in Aichach gezeigt hat, ist unterdessen die Geburtshilfe bei den Bürgerinnen und Bürgern überaus beliebt; sie zu verlieren ist politisch heikel. Doch es hilft nichts: Auch im Landkreis Augsburg schließt die letzte Geburtsstation in der Wertachklinik in Bobingen zum 1. Oktober.
Eine Antwort auf die schwierige Lage der Kliniken könnte neben der Fokussierung auf weniger Fachbereiche auch an anderer Stelle erfolgen. Landrat Klaus Metzger hat dabei die Uni-Klinik in Augsburg im Blick. Sollte sich diese aus der Grund- und Regelversorgung zurückziehen, würde dadurch Personal für die umliegenden Häuser freigesetzt, weil spezialisierte Stationen auch spezialisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfordern. Er sieht Anzeichen, dass eine solche Entwicklung tatsächlich kommen könnte. Zugleich werde auch in Schwabmünchen und Bobingen überlegt, Krankenhäuser zu schließen und durch einen zentralen neuen Standort zu ersetzen. Ein solcher Schritt würde ebenfalls Dynamik in den Gesundheitssektor bringen.
Während diese Entwicklungen aber erst über viele Jahre hinweg durchschlagen werden, besteht der Personalbedarf schon heute. Deshalb schauen sich die Kliniken an der Paar unter anderem im Ausland nach neuem Personal um. Doch das funktioniert nicht immer so erfolgreich, wie die Verantwortlichen es sich wünschen. Außerdem erlebe man im Krankenhausalltag auch immer wieder, dass sich die Patientinnen und Patienten daran stören, wenn jemand vom Personal nicht ausreichend Deutsch spricht, sagt Metzger.

Das ganze Interview in der Samstagsausgabe.



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Veröffentlicht am 02.09.2022 16:48 Uhr