Aichach    

Großveranstaltungen abgesagt

Aichach - "Man soll die Feste feiern, wie sie fallen." Dieser alte Spruch muss auch heuer wieder umgeschrieben werden: Die Feste fallen, ohne gefeiert zu werden. Denn 2021 scheint es keine einzige der beliebten Großveranstaltungen im Aichacher Land zu geben. Die Schlossbrauerei Unterbaar hat ihr Brauereifest samt Maibaum-Wettbewerb abgesagt, in Kühbach überlegt Baron Umberto von Beck-Peccoz, das Brauereifest in den Herbst zu verlegen und vielleicht als großflächige Open-Air-Veranstaltung durchzuführen. Gestrichen ist auch das Stereostrand-Festival. Das fiel schon 2020 ins Wasser, das Risiko für 2021 scheint den Veranstaltern nicht geringer zu sein.


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Solche Bilder gibt es heuer nicht vom Brauereifest in Kühbach. Auch nicht von vielen anderen Großveranstaltungen, weil sie wegen Corona nicht stattfinden werden. Darunter auch die Historischen Markttage in Aichach und Pöttmes. Foto: Archiv


"Wir planen total in den Nebel hinein", gesteht Umberto von Beck-Peccoz. Seine Brauerei beliefert nicht nur zahlreiche Vereinsveranstaltungen, sondern auch Volksfeste. Das Schrobenhausener zum Beispiel, jedes Jahr Mitte Mai. "Dass das stattfinden wird, kann ich mir ganz schwer vorstellen", sagt der Baron. Aber man habe schon einen Ausweichtermin im Herbst im Auge. Für das Aichacher Volksfest Ende Juli gelten andere Vorzeichen. Das sei zum einen erst später im Jahr und zweitens nicht so frequentiert, dass sich "die Leute stapeln. Da lässt sich mit weit auseinandergestellten Tischen und Trennwänden vielleicht sogar ein Festzelt realisieren", sinniert der Kühbacher Unternehmer.
Von solchen Gedankenspielereien hat sich Franz Groß von Trockau schon verabschiedet. Der Chef der Schlossbrauerei Unterbaar hat sein Jahres-Highlight vor wenigen Tagen abgesagt. 

Für das Kühbacher Brauereifest ist der Zug noch nicht abgefahren. Der Termin im Mai werde wohl nicht zu halten sein, abgesagt sei aber noch nichts, merkt von Beck-Peccoz an. Er überlegt, das Festzelt wegzulassen und das Gaudium unter freiem Himmel auszurichten. 

"Wir wollten uns nicht entmutigen lassen. Aber leider ist es nicht machbar." Josh Stadlmaier vom Team der Stereostrand-Organisatoren bestätigte gestern die Absage des Aichacher Musikfestivals. Das Corona-taugliche Konzept stand bereits: Vier statt drei Tage sollte der Stereostrand dauern mit zwei Bühnen statt einer und viel freier Abstandsfläche zwischen den Spielorten. Sogar eine Finanzspritze aus einem bundesweiten Kulturtopf sei angekündigt gewesen. Doch die Gefahr, dass das Event kurzfristig abgesagt werde muss, sei zu groß. Stadlmaier ist aber zuversichtlich für 2022: "Wir haben ja noch ein Festival in der Schublade." 

Von Wolfgang Glas



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Veröffentlicht am 23.02.2021 16:36 Uhr