Aichach    

Forum Zukunft: Was kann jeder einzelne gegen den Klimawandel tun?

Blumenthal - Klimaschutz ist möglich, es bedarf aber noch großer Anstrengungen. So könnte man die Ergebnisse des diesjährigen "Forum Zukunft" in Blumenthal zusammenfassen. Was kann ich schon tun? Mein Energieverbrauch oder mein Fleischkonsum fällt doch gar nicht ins Gewicht. Dass diese Denkweise nicht stimmt, wollten die Organisatoren wieder einmal ins Gedächtnis rufen. "Nachhaltige Entwicklung durch starke Bürgerbeteiligung" lautete das Motto.


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An mehreren Ständen, wie hier beim Bündnis "Nachhaltiges Mering", konnten sich die Besucher informieren. Foto: Brigitte Glas


An zwei Tagen ging es um Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Während am Samstag, dem Workshoptag, über 30 interessierte Bürger und Kommunalpolitiker diskutierten, was auf Gemeindeebene passieren könnte und sollte, war heuer der Zulauf am "Wandelsonntag", an dem es um jeden einzelnen ging, eher verhalten. Das lag vermutlich am Regenwetter, aber auch an der parallel stattfindenden Wila und dem Autosonntag.
Im Landkreis tut sich einiges in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit, trotzdem bedarf es noch vieler Anstrengungen, um die Klimaziele zu erreichen. Eine Gemeinde, in der das schon besser klappt, ist Pfaffenhofen an der Ilm. Der dortige Nachhaltigkeitsmanager Markus Käser stellte die Maßnahmen seiner Stadt vor. So gibt es dort kostenlosen öffentlichen Nahverkehr für alle und bald 100 Prozent sauberen lokalen Strom. Die Bodenallianz erleichtert den Landwirten die Umstellung auf Öko-Landbau. Eine Million Euro sind dafür zur Verfügung gestellt. Durch viele Aktionen würden die Bürger mitgenommen.
Michael Uhl aus dem Landkreis Rhein-Hunsrück stellte die Maßnahmen seiner Region vor, angefangen von Carsharing über LED-Tauschtage bis hin zur Vorstellung vorbildlicher Hausanlagen. In den Workshops diskutierten Kommunalpolitiker, aber auch zahlreiche Bürger. Erarbeitet wurden Forderungen und auch Maßnahmen, die nun umgesetzt werden sollen.
Am Sonntag standen - dem schlechten Wetter geschuldet - im Schlosshof nur wenige Infostände. Dabei waren unter anderem die Blumenthaler Gemeinschaft, der Bund Naturschutz, das Bündnis Nachhaltiges Mering, Fair Trade Aichach und SoLaWi aus Blumenthal. Dass es auf jeden einzelnen ankommt, sollte der Faktenpfad den Besuchern vor Augen führen. Hier konnte jeder seinen ökologischen Fußabdruck kontrollieren. Fragen wie "Wie kommst du zur Schule/Arbeit?", "Bei welcher Temperatur wäschst du deine Wäsche?" oder "Wie oft kaufst du neue Kleidung?" waren zu beantworten. Die persönliche Nachhaltigkeit konnte dann jeder anhand seiner erreichten Punktzahl in einer Tabelle überprüfen - und vielleicht über Veränderungsmöglichkeiten nachdenken.
Wer noch Anregungen brauchte, bekam den ganzen Tag über in Vorträgen Infos und Denkanstöße. So ging es um Energiesparen, aber auch um Energieproduzieren auf dem eigenen Dach oder Beteiligungen an Bürgersolaranlagen. In einem weiteren Vortrag stand nachhaltige Mobilität im Fokus, die ohne das Fahrrad nicht gelingen kann.
Dass jeder einzelne mit gar nicht so viel Aufwand seinen Beitrag leisten kann, erklärten die Vorträge über fairen Handel und unsere Ernährungsgewohnheiten. Natürlich war auch der Krieg in der Ukraine Thema. Ein Friedensgebet und ein Friedens-Benefizkonzert in der Blumenthaler Kirche rundeten das "Forum Zukunft" ab.

Von Brigitte Glas


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Veröffentlicht am 09.05.2022 16:29 Uhr