Aichach    

Der "Milchwerk-Tower"

Aichach - Der Milchwerk-Kamin war ein weithin sichtbares Industrie-Wahrzeichen Aichachs. Als das 45 Meter hohe Relikt im Dezember 2010 gesprengt wurde, pilgerten an die 1000 Schaulustige zum Gelände an der Augsburger Straße, von dem aus früher Käse "Made in Oacha" bis nach Libyen und in die USA verschickt worden war. Viele nahmen sich zur Erinnerung Klinkersteine mit nach Hause. Auch Investor Josef Reichenberger aus Ainring räumte ein paar Trümmer zur Seite. Sie erinnern heute an der südlichen Einfahrt auf das Areal an die Geschichte des "echten" Milchwerks, das mit der Wiedergeburt als Einkaufszentrum zum Publikumsmagneten geworden ist - und nun ein eigenes Wahrzeichen bekommt. Zumindest hat das Büro- und Geschäftshaus am südlichen Kreisverkehr zwischen Theodor-Heuss-Straße und Augsburger Straße angesichts seiner Dimensionen und stadtbildprägenden Optik das Zeug dazu. Im September soll der vierstöckige "Milchwerk-Tower" eröffnet werden.


Josef Reichenberger hatte eigentlich fünf Etagen angepeilt. Das war dem Stadtrat dann aber doch zu viel. Trotz der leicht reduzierten Höhe wirkt das Gebäude angesichts seiner Rundungen wie ein Turm. Ursprünglich war ein Hotel geplant, was sich trotz zahlreicher Versuche aber nicht umsetzen ließ. Nun entstehen ausschließlich Büro-, Praxis- und Geschäftsräume. Für jede Etage gibt es einen Mieter, jeweils 270 Quadratmeter stehen zur Verfügung.

Das neue Gebäude hat eine Tiefgarage mit 34 Stellplätzen, zwei davon sind rollstuhlgerecht ausgelegt. Weitere 17 Stellplätze wurden auf einem benachbarten Grundstück an der Theodor-Heuss-Straße geschaffen. Ob sie letztlich ausreichen, ist eine Frage der Betrachtung. Die gesetzlichen Vorgaben sind erfüllt, die Kunden des Einkaufszentrums freilich klagen schon jetzt über Parkplatzmangel. In Stoßzeiten sind auf der Suche nach einem Stellplatz "Ehrenrunden" auf dem Milchwerkgelände angesagt. 

Von Robert Edler


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Der "Milchwerk-Tower" nimmt mehr und mehr Form an. Ins Erdgeschoss wird ein Sanitätshaus einziehen. Den ersten Stock hat sich eine Zahnarztpraxis gesichert, darüber will sich eine Steuerkanzlei einrichten. Im dritten Stock schließlich wird eine Praxis für Physiotherapie ihre Zelte aufschlagen.



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Veröffentlicht am 06.04.2021 16:31 Uhr