Aichach    

Ausbruch ist bestätigt

Aichach - Wann ein Ausbruch ein Ausbruch ist, definiert keine Klinik und auch nicht die Politik. Diese Einschätzung erfolgt anhand unmissverständlicher epidemiologischer Gesichtspunkte. Das ist nach Monaten der Pandemie auch Laien bekannt.


Verdacht auf weitere Mutationsfälle
pixabay, Gerd Altmann

Dass die Öffentlichkeit erst jetzt, also Ende Januar, über eine Häufung positiver Laborbefunde auf das Coronavirus SARS-CoV-2 am Friedberger Krankenhaus informiert wird, die bereits ab November vorlagen, scheint unter anderem der Kommunikation zwischen den Kliniken an der Paar, dem Landratsamt und dem Gesundheitsamt geschuldet zu sein.
Das bestätigte Aichach-Friedbergs Landrat Klaus Metzger (CSU) am Montag zu Beginn einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mit Gesundheitsamtsleiterin Dr. Kirsten Höper und Klinikchef Dr. Hubert Mayer im Sitzungssaal des Landratsamts. "Ich halte mir zugute, seit meinem Amtsantritt stets transparent und offen gewesen zu sein", machte der Landrat klar. "Um die Öffentlichkeit aber umfassend zu informieren, sind wir auf Informationen angewiesen. Wir generieren diese nicht selbst."
Damit wies der Landkreischef den vergangene Woche häufig zitierten Vorwurf der Heimlichtuerei von sich. "Ich kann nur vertuschen, was ich weiß", sagte er abschließend. Deshalb sei er der Ansicht gewesen, in der Werkausschusssitzung der vergangenen Woche sei dieser Vorwurf ausgeräumt worden. Dass ein stockender Informationsfluss nicht passieren dürfe, sei aber ebenso klar.
Seit November des vergangenen Jahres haben sich am Friedberger Krankenhaus immer wieder Fälle ereignet, in denen Mitarbeiter und sogar Patienten positiv auf das Coronavirus getestet worden waren (wir berichteten). Seit Beginn des Infektionsgeschehens sollen es laut Angaben des Landratsamts bis 21. Januar 42 Fälle beim Personal gewesen sein.
Während Gesundheitsamtsleiterin Höper und Klinikchef Mayer noch in der Werkausschusssitzung des Kreistags keine Veranlassung gesehen hatten, ein konkretes Ausbruchsgeschehen zu benennen, bestätigte Höper gestern, dass es tatsächlich ein solches gibt oder gegeben hat. Aus diesem Grund habe sie bereits am vergangenen Montag das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) verständigt. Seither haben mehrere Begehungen stattgefunden, die letzte am Sonntag.
"Wir werden nun gemeinsam die letzten Monate aufarbeiten, und es wird einen Abschlussbericht geben", erklärte Höper. Eine genaue Auskunft zu den Infektionszahlen wollte sie erst dann geben, wenn der Bericht fertig ist. Dann, das sagte sie ebenfalls deutlich, werde der Bericht auch "transparent" veröffentlicht.


Von Bastian Brummer 



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Veröffentlicht am 25.01.2021 17:52 Uhr